„die welt verhärtet das herz der meisten menschen. aber wer nicht hart werden kann, muss sich eine art künstlicher unempfindlichkeit angewöhnen, um nicht von männern oder frauen übertölpelt zu werden. einen ehrlichen menschen überkommt ein peinliches und trauriges gefühl, nachdem er sich einige tage lang der gesellschaft überlassen hat. nur einen vorteil hat er davon: das macht ihm die einsamkeit liebenswert.“
nicolas chamfort
die meisten bücher von heute wirken so als wären sie an einem tag mit den am vortag gelesenen verfasst worden
de omnibus dubitandum
höre auf an gerechtigkeit zu glauben und sie erscheint
der mann der die vögel beobachtet
hat eine durstige kehle er klingt wie rauhreif mit stahl so gut kenne ich ihn er steht den wolken näher als ich der abend ist immer noch nicht da wenn der tod kommt wird er lächeln wie du du hast es gesagt er beginnt immer zuerst das hast du versprochen
ich koste mein blut zwischen deinem mund und lege mich in den fluss dem ich seit einiger zeit folge höre deinem herzschlag in den winden auf den hügeln als ich entkleidet dem winter entschlief gefroren aurora die kälte deiner zärtlichkeit davor war erwachen die ohnmacht karger augenblick ende der träumerei …
von der selbstbestimmung des spielers habe ich gehört man sagt ihr nach sie richte sich auf seine garderobe
…ich bin nicht dazu qualifiziert sie davon abzubringen aber machen sie sich die maxime des heiligen
johannes klimakos in erweitertem sinne zu eigen „nichts bringt dem mönch mehr ruhmeskränze ein als die mutlosigkeit.“
oh tiefe des reichtums und der weisheit und der erkenntnis gottes! (römerbrief, 11,33.)
ich hatte eine eigenartige nacht gegen drei erwachte ich und es kam mir als hätte ich ausreichend schlaf erhalten und gegen 6 erwachte ich abermals als hätte ich ungenügend schlaf erhalten dieses paradoxon besucht mich in letzter zeit ganz regelmäßig
die tage sind gezählt …wer würde je bezweifeln das die tage zahlen sind
il pleut doucement sur la ville – arthur rimbaud
„die tränen in meiner seele wie der regen rings in der stadt; was ist es, daß ich mich quäle so tief in meiner seele ?“
paul verlaine
wir sollten uns wieder mehr an bauernweisheiten halten wir haben unsere götzen unkenntlich deformiert auf den basaren dieser elegischen katastrophe regelrecht verramscht zu schleuderpreisen ließen wir davon ab
bis hin astronomischer kulmination sind wir gestrandet bis alles still selbst das wort … nur im lufthauch einer landschaft atem zu erkennen gibt was uns so fremd und immer heimat war gewesen
der mensch leidet nicht mehr er hält nur noch aus bis zum ehrenvollsten moment seines lebens dadurch endlich bekommt er was er verdient
auf die frage welchen gewinn ihm die philosophie gebracht hätte antwortete antisthenes : „die fähigkeit mit mir selbst zu verkehren.“
man nimmt sich etwas was ohnehin niemand bemerkt somit niemand vermisst vielleicht beschert man sogar einen gefallen nimmt eine last von ihnen was in ihrem innern so gewiss …alles was ist muss erkannt werden notwendig es ergibt keinen sinn das das was ist nicht erkannt wird
jeder findet gründe wenn er in das mühsal der erinnerung zurückblickt
wir wollten uns eine wohnung anschauen eine die einem dachboden ähnelt wo immer man sie findet geht die sonne unter so wie sie in der tageszeitung aufgeht
vergiss sie wir waren auch mal jung wir könnten ins kino gehen wo sind die bilder von letzter nacht die ich aus materialien baute denen sturm und kälte nicht gefährlich werden können wo all die worte hin lichterketten für einsame spaziergänger auf den inseln des mondes innerhalb der zerschlagenen stunden fällt
das kerzenlicht in ein gedicht wie muse die mich hält vor einem tiefen fall ins ungewisse zu vertraut
irgendwann vergisst man wo man hinwollte beißt auf die zähne und fragt nicht mehr
wirft die gewohnheit auf die schultern bis man nichts mehr von ihr hört
ich ging hinaus unter dem regen verstand ich sie plötzlich die welt als er ging der regen verstand ich sie nicht mehr
lass mich dem sommer glutrote sommersprossen malen wie der wind dein kleid verstreut leicht wie meereswellen vorm rot des morgens halt dich fern und inne meine hand stumm wie ein baum der stift der nichts schreiben will das unvollständige besteck ist gedanke abgründe in meinem kopf ich stehe am fahrkartenschalter der stift der nichts schreiben will
„zwei menschen, die nichts zu thun haben, was können
sie schlechteres oder besseres anfangen, als freundschaft, und solche nun sind es, denen ich jene innige brennende
freundschaft vorschlagen möchte, da sie selbst so leer sind mögen sie es in der form wieder einbringen, mögen sie sich den ganzen tag umarmen.“
clemens brentano // godwi
das charakterloseste zu dem ein mensch fähig ist; sein mitleid wider sich selbst
wer als ob von wenn nicht beherrscht wird immer anzeichen eines verrückten aufweisen für diejenigen die darin sattelfest
manchmal geht nichts außer der gute alte new york jazz charly haden und keith jarret …
rügenpfützen gähnen auf der frisch gekehrten straße das licht der scheinwerfer kennt kein erbarmen wie minuten und sekunden zerbricht es unkenntlich an diesem gleichgültigen abend …davon bemerkt er nichts zu still um zu träumen …für heute hat er genug gesehen … morgen ist auch noch ein tag er ruht auf dem bettbezug und wollte soviel das bett auf dem er liegt ist weich wie eine spur im schnee er wollte soviel er hatte ein bett ein herz das noch schlägt ein eigenes zimmer man ließ ihn in ruhe nachdem er dies einem wortlos erklärte …immerhin …an der zimmerdecke eine welt die er mit niemanden teilte schmauchspuren im herzen 2 jahre einschluss sind 2 zu wenig der schweiß glänzt in den gedanken an damals er wäre gern betrunken für immer dachte er betrunken im zimmer das auch betrunken macht die vielen vögel in den geräuschen bei nacht er sah im dunkeln auch kalte luft
was für eine amateurin sie spielt die sonatine von ravel in c dur die frau am klavier bewahrt die umarmungen der klaviatur in gedanken auf nicht die ihres liebhabers dachte er c dur passt zu dir aber nicht zum stück …er bewahrt sie auf mit geschlossenen augen ihre berührungen durch das radio spricht er mit ihr …aber es ist immer nacht …am rand der dunkelheit in die luft geworfen das herrliche von damals der moment ist farbe und schatten auf seinen schultern und armen er streckt den körper auf dem bettbezug der gut riecht …etwas zerbricht in ihm etwas das er nicht kennt
was schaust du wie ein kanten brot schau anständig wenn du schon nichts weißt was man dir sagt dann halt dich wenigstens daran das man danke sagt wenn man erniedrigt werden muss …hier halt die leine auch mal steht dir eh besser der leinenzwang den hund wolltest du schließlich haben …danke
der tag war seine anstrengung wert und ging ordentlich in die knochen von denen ich bisher nur gelesen hatte jetzt mochten sie mich und ich hörte ihnen zu
regen und nebel setzt sich zu dir friert wie so oft in diesen nächten von innen heraus wirkt vieles so unglaublich lächerlich
die physiker sind die könige der hutmacher
wer die welt verstehen will kann den eigenen platz darin erkennen also als den teil der gleichung die dadurch bereits unlösbar ins absurde läuft
eine weltformel? um was zu beweisen … was soll das ergebnis sein und welche parameter jener gleichung die dieses ergebnis wirft?
eine welt aus worten und zahlen ist eine welt aus vakuum und leere
wenn man stets nur bemerkt das dieses oder jenes sich verändert hat sollte man doch irgendwann darauf kommen das man nicht die ursache dessen eher das mittel ihrer ausführung ist folglich rein gar nichts kontrollieren kann …statt zu bemerken das lediglich bemerkt wird drehen sich theoretische gewinde naturgemäß im kreis da eine kreisbewegung ihrem wesen nach nie etwas neues zu tage fördert da sie sich erhält durch bewegung des immer selben musters welches jedoch stets wie ein chamäleon seine oberfläche verändert allein durch reduzierung oder erhöhung von licht entsteht für das auge ein vollständig gegensätzlicher eindruck , deutlicher wird er anhand der gedanken in diesem oder jenem eindruck beides bezieht sich nicht nur aufeinander es hängt ebenso von dem anderen ab wie mensch und natur in jedem beliebigen kontext zugehörig verdeutlicht auftreten
durch die rotationsdynamik selbst versagt sie den menschen den stillstand der eben dazu fühlen würde …zu erkennen
eigentlich sind wir alle opfer unserer körper abhängige wie bewegung essen trinken usw. beweist. ist es für einen abhängigen überhaupt möglich eigenverantwortlich zu handeln ?
er sitzt schläft spricht in der immergleichen versteinerung herum plastischen augen die er von seiner mutter erbte wie er sagte und mich an seinen vater erinnern wie ich dachte
man muss beginnen teil von etwas zu sein sich vollständig lösen und dann von außen unbefangen und neutral darauf blicken um es bis zu seinem tiefsten innern zu durchdringen das erreichen der essenz
das wirst du nicht verstehen da es dich betrifft …jemanden der an einer klippe radschlagen macht; es wird dir kaum gelingen ihn davon zu überzeugen er sei lebensmüde …mehr noch …er wird dir erzählen wie lebendig er sei …

