„mais quelle épaisse nuit tout a coup m’environne?“ jean racine
es sei kunst sollte man befähigt sein
sich zur schau zu stellen und sich auszuliefern vor sich selbst oder durch das publikum wobei es hier heisst das zurückstellen der ursprünglichen aufgabe der éducation sentimentale die als eine selbstgefällig rücksichtslose ausbildung zu verstehen ist und ein kompromissloses verschmelzes damit…hoffnung auf enttäuschung einzug in die empfindsamkeit es braucht den abstand dafür heimatlose entäußerung einer gesellschaftlichen zugehörigkeit …der in der poesie erleben will dem ist bewusstsein gewiss …das ist jemand der dem verlangen einer leidenschaft unterliegt seine ich-repräsentativität auszulöschen sich selbst vollkommen zu enteignen sozialer bindungen und verpflichtungen das ist die voraussetzung um seine konstituierte identität zu verändern durch die teilnahme ebenso der sprache einer transzendenten zugehörigkeit bei der man nie den umstand einkehren lassen darf sich dieser erziehung des herzens vollends auszuliefern der grad zwischen dämonisch und eudämonisch ist eine feine linie welche sich intuition nennt eher muss es werden wie das schreiben aus gewohnheit zeitweilig ebenso eine art exil bedeutet bretter metaphysisch oder intellektueller welten ihrer grenzen und verbindungen heißt nicht die geschichte von vereinsamung gehorsam kollektiver riten nörglerei aus besorgnis infames geständnis der selbsttötung durch die anderen perspektiven die man kaum zu wort kommen lässt man verliert den baum vor lauter wald aus dem blick … stattdessen sorgt sie für eine detaillierte übersicht durch periodische gegenüberstellung in gefühlter auseinandersetzung …überdruck in der herzkammer der vulgarität wenn man durch den literarischen ehrgeiz torpediert und angegriffen wird sodass auch hier die forderung nach einem ausgleich gewehr bei fuße steht …durch die erfahrung praktischer anwendung umgeht man die resignation und verbitterung eines beständig sesshaften …ein in theorien vergrabener gewohnheitsdenker wird sich früher oder später selbst zersetzen an seiner weisheit revoltiert er gegen das normativ gegen erstarrung und ihr gleichgewicht ohne das es etwas zu gewinnen gibt man überlässt sich der pflicht substanzloser erregungen eines psychoneurotischen motors seinen beitrag zu leisten in den man genötigt wird durch den man existiert…bücher als nahrung und ausdruck der abhängigkeit an das sterbende gewissen betrachten aber am ende zersetzt sich ohnehin alles ohne das man etwas davon mitbekommt …
zu akkumulierter geisterbeschwörung gesellt sich die tragik der enttäuschung das erleben des nicht erlebens ist die mitte der beglaubigten gesellschaft und nimmt zuweilen aggressive ausmaße an
einige gedankengänge zerren mich in ein gebüsch machen mich zu ihrem sündenfall in der gruppe hinterlistige gefährten …entleert gewissenlose imperative trampeln wie von sinnen auf der schwermut meiner kontemplativen einstellung herum
das leben ist die geschichte einer krise die der mensch durch sich erzählt ein interessenkonflikt von dem was er getan und von dem was er glaubt tun zu können
aus -die dämonen- von dostojewski; kirilow über stawrogin : „wenn er glaubt dann glaubt er nicht das er glaubt und wenn er nicht glaubt dann glaubt er nicht das er nicht glaubt“
ein mensch mit geist idealiter singularität bedeutet interexistenz unterliegt metaphysischen prinzipien (immateriell) ein mensch mit verstand idealiter pluralität bedeutet koexistenz unterliegt physischen prinzipien (materiell)
die wissenschaft ist produzent von charaden und irrtümern perpetuelle platzhalter todesbleicher besorgnis medialer epitaphe
in einer der ernsten gesänge von brahms heisst es : denn es gehet dem menschen wie dem vieh; wie dies stirbt, so stirbt er auch; und haben alle einerlei odem; und der mensch hat nichts mehr denn das vieh : denn es ist alles eitel
auf der straße klappernde müllcontainer an den rand der straße gehievt wöchentliche prozession alltäglicher normalität einschluss in nichtigkeiten gespräche unter nachbarn sprache im abfalleimer plärrig reaktionär das zentrum eines bollwerks aus selektion und argwohn der mensch in der revolte kontinuität inwieweit ihn der zeitgeist treibt
freiheit beginnt dort wo das denken aufhört
einige menschen machen auffallend häufig exakt das gegenteil von dem was sie ankündigen zu tun oder nicht tun zu wollen ich frage mich ob sie bemerken das sie sich selbst eben dadurch behandeln als wäre ihnen der kontakt zu sich selbst lästig (ein sicheres anzeichen sich aus dem weg zu gehen innerhalb ihrer taktik der vermeidung) und ob sie von anderen erwarten dann ernst genommen werden zu wollen bei diesem ihren handstand am abgrund wider sich selbst … degradieren in den status der lächerlichkeit heißt die maxime die auf diesen fahnen weht …vielleicht ist diese akrobatik der unerträglichkeit von gewissheit eine mit doppeltem boden die dann insbesondere für alles andere ebenso gilt im ertränkten widerspruch durch dessen missbrauch fortan
lernt man die krankheiten der natur kennen verachtet man den tod lernt man die krankheiten der gesellschaft kennen verachtet man das leben
vielleicht erwacht man nur mit der todesnachricht im blut oder dem ausgeliefert sein eines kabinetts aus spiegelung der selbsttäuschungen
dieser schreckliche dichter; josé oliver (…“um weltgefl:echt & w:orte, die bald linderung in eine kompasslose w:anderzeit, die unwägbar einem aberletzten notkunftbündel gleichgestellt, dasm:eine seele fort-verschnürte, schnürt& sacht & leise weiteratmet (& ohne konjunktive) // NOCH.“)
er grast alles ab was er zu fassen bekommt mit augen ohren händen gaumen und nase das vermengt er mit einen semiotisch orthographischen brei bis zur unkenntlichkeit des erfassens zerstückelt …ein durcheinander schmeißen zerwühlen und aufreißen von assoziationen und poetischen einlassungen so nichts als unhaltbare elemente hinterlassen werden für ihn zu einer expansion im stellungskrieg gegen gespenster und schatten …
er taumelt wie jemand der einen beinschuss erhielt …steht an der grenzsituation formaler ohnmacht …niederknien oder setzt man sich zur wehr fragt er sich da er nicht weiß wie es um ihn steht kommt er zur ruhe gräbt seinem eifer das wasser ab und setzt sich beruhigung um teilzunehmen an den bewegungen der lunge der atemluft welche er in die kalte umgebung zurückwirft …die aussätzigkeit seiner selbst ist der kataleptischen imputabilität ihr sproß …sollte er sie für sich nicht akzeptieren
ein jemand den das entsetzen und die unbeugsamkeit voranpeitscht über die schranken der wirklichkeit hinweg trübe aussicht bevor der fall in das versinken seiner unverbesserlichkeit und ihrer obsession des willens alles verschlingt die quintessenz des vorübergehenden helden ein artefaktisch gewordener
eine zuweilen groteske absicht macht seine texte zu einem labyrinth aus querschlägern splittern und einer improvisation willkürlich der interpunktion führt er sein heer an zersäbelt worte wie die orientierung darüber spaltet jede möglichkeit einer einlassung vollständig ab die zu einem ästhetischen ja irgendeinem selbst banalen eindruck führt und damit jegliche tiefenbetrachtung unmöglich macht … ein schrei aus dem bekennerschreiben eines an die sklaverei gebundenen … fahnenflüchtige gesetze und reglementierungen die in jedem revoltierenden als phantom der tyranei gelten er verschreibt sich buchstäblich einer utopie die ihn dazu um eine gage bittet nichts ist umsonst nichts ist geschenkt quid pro quo schmettert ihn in das mahlwerk kathartischer zerreibung …in fetzen gehauenes fleisch hängt als trophäe um begrifflichkeiten macht andeutungen aus ihnen entwurzelte emotionen werden zu ornamenten dekorativer inhaltslosigkeit
das auge sieht was der verstand allein nicht greifen kann die schrift ist verraten wird eine geographische zeichnung aus strichen und parallelen
tälern wegen quellen und seen …ein blutleeres skelett wolllüsterner absichten bis unter die decke analogisch verschüttet im unrat schmerzlicher befangenheit und dem skrupel als hemmnis seiner selbst
er bewegt sich mit der quietschenden petroleumlampe des wächters über ein gelände aus verbrannten ruinen in denen er die orte sucht die er zuvor selbst kryptisch codierte …ein eremit lyrischer amputationen …
man steht in unmittelbarkeit wenn man sich als das begreift in was man tätig ist und diese interessen vertritt und dies als einziges zur sprache kommt
sie kämpfen um ein leben das sie nicht haben darum ist es verteidigungswert als traum haftet es wie der wechsel einer witterung so flüchtig in den gedanken die zu seiner entdeckung führten
… ich kam mir wie ein boxer der die immer gleiche kombination auf seinen gegner schlägt wobei die erste bereits ein misserfolg gewesen war und eben dadurch angespornt sie weiter zu schlagen in hoffnungsloser einigung dieses paralysierten musters eines scheiterns …
jede art von darstellung erschöpft sich irgendwann in ein karikiertes stillleben einer unbeherrschbaren exzentrik auch die des erschöpften oder des sorglosen
spiel auf zeit – musicbox unbeirrbar am drücker
eine kerze auf ein selbstgebasteltes floß gestellt und auf große fahrt ins offene verderben geschickt
der christianisierte versteckt seine tränen seinen schmerz hinter perpetuierter emotionalität einer heroischen gestalt des lichts die zuerkannte erleuchtung tragend im schutz der breviere … verschachert sein glück an die existenz inkarnierter doktrin keine erlösung eher versteinerung in der einförmigen statistik aporetischer monotonie ein fanatismus von überresten der ohne jede überzeugung zwangsversteigert durch das mondlicht weht …ist wie ein erstickungstod an seinem eigenen ideologischen erbrochenem die konstruktion einer idee der unendlichen möglichkeit an der sich alles misst aber nichts zu tage kommt außer einer müdigkeit und ihrer verdammnis aus unterdrückung und sehnsucht ….postuliertes grauen zum abendmahl in liebeswehen zeitnah spekulieren mit raumzeit und offenbarung unvorstellbarer kümmernisse in der heiligen besenkammer geständig massakriert
das in die flucht geschlagene individuum schaut immer zurück auf die überreste der besessenen habseligkeiten ein nagen an knochen aus fluch und verleugnung und sollten es träume sein in der stunde des patrioten schlägt das herz die tollsten töne noch bevor es hand in hand mit illusion und heil auflösender luzidität kooperiert … hetzen durch landschaften aus kultur und beschwingter skepsis ein greifen zu den waffen …meint unterwerfung und verteidigung ihrer …krone der diaspora
nieder mit den deutungen der gekränkten versager und der apathischen mystiker …auch darin ein teil von mir …individualitätsverloren überschwemmung der klagen klatschend an die pforte aus weitsichtigkeit himmel und staub …verwehtes schicksal und wenn doch nichts anderes übrigbleibt außer den worten und den stimmen zu folgen die jener kraft entstammen die von sich aus alles ineinander hält ?
das habituelle der vielheit ist sich so einig und gleich wie ihr möglichkeiten zu betrachten zustehen
der glanz sichert sich den größten platz im licht das augen greifen und liebkosen wollen es könnte alles so einfach sein das leben träumerischer anschauungslosigkeit sitzend als reine empfindung auf rankenden anemonen in den tag hinein der die form einer wolke besitzt die zu durchwandern liegend aus dem bette heraus so zur klarheit präfiguriert durchbruch jenseits apokalyptischen scheins konformistischen gewissens … heisst eine abwendung ethischer tretmühlenromantik …durchtränkt von fulminantem nichts etablierter hysterien und prophetischer vereinigung löst ein erschauern aus …prästabilierte harmonie …
vielleicht doch nur getöse von zerfall in der fähigkeit zu hoffen hoffnung verneinung der monade ablasshandel für schwerenöter die eigene schuld zu stemmen …soll heißen es denen überlassen die darin eine aufgeblasene dekadenz einer unzumutbarkeit verstehen und die nicht davor zurückschrecken die schuld der anderen gleich der eigenen mitzutragen sich so mit dem großen geheimnis gottes verbinden zu wollen aus sternen und verheißung geschleuderte halluzinationen im eiter der nächte stempel göttlicher verrücktheit …die absolutheit ist kein begriff den zu charakterisieren der mensch fähig wäre sie ist symbolisch der strick aus dem leben was allgemein leben meint…
aber was ist richtig und was falsch ? dazu müsste man entdecken um was es hier übergeordnet unseres denkens und handelns geht …glaubt man dem sauerstoff so will er uns langsam vernichten glaubt man dem fortschritt so hat er die gleichen absichten …leben um zu sterben …ein völliger bankrott durch das hindernis der dualität worum geht es der empfindung die mich empfinden lässt was sie mir gibt ich zu empfinden bin ? glaube ich der empfindung so liegt ihr daran mich zu immunisieren gegenüber des elends dieser welt glaube ich an das bewusstsein so bin jäger ihrer selbst für welches ich die menschen in ihren materialistischen systemen brauche hin zu etwas was ich nicht denken kann oder einfach um mich zu ihrem seligen adoptivverrückten zu erheben …es ist unsinnig über etwas zu grübeln was kein überprüfbares ergebnis in sich trägt
dazu kann ich mir kein gesicht bilden ein blindflug als phänomen einer verbindung zwischen dir und mir …
vielleicht ist der einfaltspinsel der seine geburtsstunde aus unserer arroganz erlebt jener der das leben auf die spitze treibt und sich ihrer nicht vor scham errötet bei dem was er ist … die welt ist ein seltsamer ort wo das einzelne sich keinen wert erhält als besonderheit einer immerwährenden unerhörtheit …
war es nicht flaubert der sagte: „ich bin ein mystiker , ich glaube an nichts.“

