Momentaufnahme XX

by Maik Gustavus 7. Mai 2026 0 comment

jede geburt bedeutet einen tod
das leben ist eine psychische erkrankung der menschen und seit erfindung der psychologie tatbestand eines unschlagbaren mythos sowie legalität eines weltumfassenden humors

orest: „oh göttin, bin ich nun
schuldig oder unschuldig?
ich unterwerfe mich
deiner entscheidung.“
minerva: „der fall ist schwierig.welch sterblicher
wollte hier urteilen?“
aischylos,
„eumeniden“, iv,1

heraklit der rätselhafte bewohner paradoxer dörfer der globusgeschulte natureigner und privatier der kosmosfähige er hat es schon damals gewusst gemahnt hat er uns wir die vom schwerte geblendeten starrsinnige dickköpfe im ehrgeiz versenkte erscheinungen wir künstler der unschuld fehlgeburten und disqualifizierte ihn den ich immer im porträt des glänzenden ballons entdecke darin verdunkelt das rotlicht auf dem fotopapier die einzelheit auf dem negativ des quellwassers

ob ich schon hier war wenn der wind hier war war ich ebenso hier ich will das der wille die umgebung zu dem macht was ich mir vorstelle

aber gut das kommt später es wird sich alles zeigen das ende sieht alles der anfang ist blind in kollision zu erwartender pflichten
idiotisch die entstehung des universums im universum zu suchen

nein monsieur ich gehe auch ohne geld und wertgegenstände aus dem haus ich bin im vertrauen

er spricht ständig von seiner geilheit
aber das bedeutet nicht das er das maß seiner dinge realistisch erfindet

deine geilheit ist gut sie dient dem wohle des volkes damit unabdingbar kultureller individualität der konflikt in der schockkammer des herzens weil sie ein teil der öffentlichen meinung ist…darin erhebt sie ihr recht auf fortbestand ist das diadem der gesellschaft ecken und kanten im ethischen magnetismus die ehrenamtliche häkelei nächtlicher verlorenheit aber es geht doch um das sättigungsgefühl ja um das balancieren in ein gleichgewicht
dienlich beteiligt die sprache ist etwas essbares etwas verbindendes damit etwas sexuelles sie fickt dich und mich und alle anderen ebenso in den kopf ins gesicht in die ohren und augen in den mund alles wird verschlungen unkenntlich gemacht zermalmt im genusslosen genuss von faseriger und streichfähiger verpackung experimentum fiat in corpore vili wird eine subkutane schablone der egoistischen selbstbefriedung und konventioneller befruchtung das gesetz des hungers unterliegt dem verkehr der organischen mittel und der formen die ihn dorthinführen in die speisekammer der intellektualität das vermächtnis aus erfahrung und dem werden wollen ein blasierter schein der dem tragischen empfänglich ist

er behandelte sich wie einen pfeil den er in den bogen seiner angebeteten hoheit legte mal schwebend wie eine luftige stickerei mal niederschmetternd wie brocken aus schiefergestein zwischen ihnen beiden die liebe dachten lagen polymere aus strenge und trennung verknüpft wie eine reuse gezogen über den großen fluss des lebens ein einfall verborgener träumerei aus dem nebel kleckernd einer wundmale gekennzeichneten legende

aus sicht der vorübergehenden bin ich vorübersitzend auf einer parkbank vor einem herrschaftlich frisierten baume der die welt zerteilt in unter über und neben sich ein aufgeschlagenes buch das hände halten vielleicht ein eindruck der gelassenheit oder des unheils vielleicht aber gar nicht so weit entwickelt wie ich es hier bloßstelle …jemand der unscheinbar in erstarrung gefallen in berauschenden zeilen die er vor dichterischer emotionalität in sich gleiten lässt also erstarrung ja das trifft es doch ein in der poesie erstarrter und damit ein verweigerer keiner von denen die sich anstrengen die abverlangen von denen welche die qualität der ware mit den fingern prüfen keiner von denen die stolz auf ihr geschlecht sind kein hochstapler oder emporkömmling dafür ein besessener ein universalzweifler und kritiker jemand der die aufklärung in der lichtung des waldes erforscht ohne gefühl für die
leblose liebelei der theaterkunst das klopfzeichen des für sich gestorbenen ein mit engelsgeschöpfes kommunizierender
für den jedes geräusch eine abstrakte malerei darstellt und der horizont das grammophon eines postulierten gottes ist …das immaterielle ein himmelfahrtskommando starthilfe in ekstatischer lüsternheit tanzender klänge einen hohlraum der klangschale fräsend darin nehme man ein bad in hymnen homogener essenzen und schmeiße die traditionen raus… es ist eine ausgedachte verzweiflung welche herrschaftlich den thron bedeckt eine breiige masse gärig wie hefe und trester
meine antwort auf die heutige zwangslage habe ich eingesperrt in ein diktiergerät und gelange so auf ein floß aus getauften rotweinkorken treibend auf den fliegenden wiesen einer sinnlichen makulatur und stelle den metaphysischen zweifel vor den methodischen zweifel und seiner cartesianischen herkunft womöglich hält man das denken für eine lehre des hypnotischen zufalls …

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