poetisch-philosophische Splitter III

by Maik Gustavus 21. April 2026 0 comment

ist es notwendig allein zu sein? aus metaphysischer konstitution heraus ja aus physischer nein …

sich vollkommen sinnlich der zeit überlassen stellt das höchst zu erreichende eines bewussten menschen dar ist eine heimkehr in eine einzige wesenheit die ästhetik erklingende deutungen isolierte freiheit formloser nahrung und ihrer ursprünglichkeit das sind die momente in denen jedes wort und jeder lärm zu einem quälenden angriff wird ein angriff auf das samtweiche zugeständnis seiner selbst und den frieden den man darin findet der sich wie ein umhang aus zärtlichkeit und akzeptanz um die seele legt göttlichen gleichmuts als ausgleich der anstrengungen und beschwerlichen hürden die man überwinden musste um das ungreifbare aus dem nichts zu reißen
ein umhang der eine aura ist aus vergänglichkeit und ihrer unvergänglichkeit darin wird hier zu einem spiegel gegensätzlicher beständigkeit welche sich in der tiefe weder tot noch lebendig begegnet ein zusammenfall und stillstand von allem welcher undenkbar ist

es ist die energie einer kraft der gefühle welche mich tätigkeiten verrichten lassen die meine hand zur axt führt und das holz spaltet beim vegetativen menschen steuert der zweck des gedankens die hand der sonst keiner wäre in der monistischen interexistenz ist es die zusammenführung zwischen geist und körper welche aus körperlicher arbeit das sinnvolle zu greifen fähig ich handle im außen nicht für mich oder für den anderen ich handle gemäß objektiven mustern und ihren darin liegenden notwendigkeiten ich nehme die körperliche anstrengung als bewegung meines geistes wahr welcher dadurch ist was ich bin …

„Es scheint, daß jede Idee heute die Phase der kritischen Auseinandersetzung mit ihr hinter sich gelassen hat. Man ist gemeinhin der Ansicht, daß eine umfassende Prüfung der abstrakten Begriffe des Menschen diese unmerklich ausgeschöpft hat, daß das Licht des Menschen überall hingedrungen ist und daß so nichts diesem universalen Prozeß entgangen ist, der höchstens wiederaufgenommen werden könnte. So sehen wir also, wie alle Philosophen der Welt, bevor sie auch nur das geringste Problem in Angriff nehmen, sich auf die Darlegung und Widerlegung all dessen versteifen, was ihre Vorgänger dazu geäußert haben. Und auf diese Weise denken sie nichts, was nicht von einem vorangegangenen Irrtum abhängig ist, sich auf ihn stützt, an ihm teilhat. Welch sonderbare, seltsam verneinende Me-thode: Sie scheint Angst vor dem Genie zu haben, selbst dort, wo sich doch nur das Genie, die reine Erfindung und die Enthüllung durchsetzen könnten. Jene, die sich dem Denken verschrieben haben, sind sich zwar, scheint es, immer wieder der Unzulänglichkeit der dialektischen Mittel, ihrer Unwirksamkeit auf dem Weg zu jeglicher Gewißheit vorübergehend bewußt geworden. Doch dieses Bewußtsein brachte sie nur dazu, über die dialektischen Mittel zu diskutieren, nicht aber über die Dialektik selbst und noch weniger über deren Gegenstand, die Wahrheit.“

Louis Aragon Vorwort zu einer modernen Mythologie // der pariser Bauer

glücklich ist man immer dann wenn die muse einen aus den gedanken führt es fällt leichter in zufriedenheit sich dem denken zu entziehen da jeder gedanke einen anderen ausschließt jedoch sind gedanken angehörige einer implizit expliziten struktur so zu einem ergebnis führen ein ergebnis aus erfahrung vernunft auseinandersetzung und ihrer konzeptionellen folgerichtigkeit das grübeln dagegen ist das irren bis an die grenzen eigener zurechnungsfähigkeit in welcher sich das denken als eine art disziplin und pflicht der routine und angehörigkeit schlicht gesagt als banalität versteht teils zu einem handbuch der darstellenden schwermütigkeit wird worte wie pflastersteine mühsam errichtete dämme in ein meer aus fragenden antworten die nichts sagen nichts veranlassen ganz und gar sich selbst überlassen

was für eine verschwendung von zeit und energie ein joch des misstrauens und ihrer beschäftigung darin ein messen und bemessen von etwas das weder ausmaß noch ihrer unterscheidung zu unterscheiden fähig:

nutzlose worte andeutungen ihrer selbst in referenziellem und tatsächlichem sinne kein auftauchen des menschen folglich nicht als wirkung vielmehr als ursache einer theoretischen passivität bauend eine gedankenkarte aus straßen und pfaden kreuzungen umleitungen und sackgassen buckelpisten und trittleitern die nirgendwo ankommen welche sie außerhalb von sich selbst errichten zu einer kulisse werden in welcher sie ebenfalls nichts weiter als kulisse sind da begegnet man ihnen in ihrem tätigkeitsfeld das bereits so viele vor ihnen genutzt und benutzt haben darin zeigt sich der spiegel der realität und ihrer daraus entstehenden wirklichkeiten welche mit ihnen etwas zu tun haben aber sie nichts mit ihnen darin befindet sich die poesie des nichts mit sich anzufangen wissen in ihrer niedegesxhlagenheit und verzweiflung des scheiterns gegenüber der angst die all dies verursacht jene unauslöschliche sekunde in der es begann man den gedanken losschickte auf eine erkundung bis an die grenzen subjektiver vorstellungskraft und darüber hinaus unterschwellig die gewissheit im besiegten tragen der sich als sieger wähnt einem urteil welches ein fallbeil ist geführt mit dem mute der verzweiflung im schmerze der anschuldigung verrinnender zeit

ich sitze augenblicklich in einem garten beobachte den wind wie er sich ungestümer versuche ausdruck zu erlangen vermag in jedem baum anschmiegsam auf eine andere weise auch in den gräsern zeigt er seine zerstreuung als komme er jeden augenblick aus verschiedenen richtungen die bewegungen im außen werden zu einer bewegung in meinem innern denen ich nachgehe ohne mich darin zu begreifen kein kontakt zum aussen abgebrochene verbindung weder konzeption noch eindruck daraus zu erlangen im stande ich dehne mich in diesen bewegungen aus ich bin die wiese und das maiglöckchen in der abendsonne eine vergesslichkeit unter dem himmel eine karambolage aus gefühl und verachtung liebe und trost tränen und objektiver bestimmung

den bäumen scheint zu gefallen was der wind mir ihnen macht eine unterrichtung moralischer prinzipien an den beobachter sendend
sich nicht gegen die anfechtungen des lebens schützen zu wollen sondern sie als zugeständnis der normalität anzuerkennen je mehr man sich in das zentrum der seele bewegt desto weiter entfernt stehen die anderen am äußeren rand welcher sich stetig mehr zu einer szenischen abhandlung eines romans gestaltet der sich in und um sich selbst zu drehen scheint ein fertiges manuskript mit teilnehmenden statisten auf den unzähligen bühnen die das leben uns bereitgestellt schweife eines traumes aus bestandteilen flüchtiger substanz stehend innerhalb einer anziehung die mich ihnen ebenfalls als ein traum erscheinen lässt
es ist annehmbar im bewusstsein nicht verstanden zu werden wenn man sich dabei nur selbst versteht dadurch versteht man die anderen und kann ganz unbeschwert seinen kräutertee genießen mit einer kleinen schwärmerei für etwas das keinen namen hat

un coup de dés der augenblick getaucht in den astralen schein kalten vergessens in denen der körper schweigt ein zufall des möglichen im wahrscheinlichen zu einem mittel wird das unbegreifliche zu einem verständnis errichten so deutlich wie die senkung des lichts in den abend der poetischen spur folgen ohne vorgabe einer verfassung ohne schlusspunkt einschluss hinter dem leben stehen in einer unnahbarkeit die sich auflöst in ein gleichgültiges schweigen das gesicht der undeutlichkeit abtasten im staub gewordener phänomene fassbare formen kreieren metaphysische kaskaden lesen in einer umgebung aus erschöpfung und mutwilligkeit stranden in der wollust eine erziehung im verzicht entdecken versteckt sich eine manierliche abtrünnigkeit im fortschreiten der verwirklichung aus heimsuchung ihrem urteil fern bloß die urschuld die sich als einzige instanz einer gerichtsbarkeit entschleiert aus dem dunst der wolken fällt
das ist das was mich zu dem macht was ich bin ein bohemien einer mystischen absurdität sofern es unmöglich ist

bewusstsein an sich also die quelle alles seienden materiell wie immateriell lässt sich nicht erklären jedoch was daraus qua veranlagung zu greifen möglich , eigenwillig sind die forschungen zu etwas das man erleben/wahrnehmen muss wie will man einen wesentlichen prozess also eine dynamik die man nicht kennt theoretisch aus der unbewusstheit heraus beschreiben?

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