je suis un berceau
qu’une main balance
au creux d’un caveau:
silence, silence!
paul verlaine
die frauen sind glücklich wenn sie neben den hotels und altertümlichen villen spazieren gehen und dabei angeschaut werden ihre begleitungen interessieren sie dabei nicht sie wollen blicke die sie noch nicht kennen
die ihnen ihre jugendliche schönheit zurückholt die kraft ihrer anziehung das vergängliche auf anfang drehen frisch und verwegen der gleichmut …wozu fährt man sonst in den urlaub es geht um erholung wo findet man sie ergiebiger als den erinnerungen die schöner als das was ist … es genügt ein flüchtiger moment der es für sich gewinnt …das begehren …das auch ein immerwährender kampf … aus dem hoffnung und unendlichkeit strahlen wir die trophäe der gewonnenen schlacht
berufung der flanierenden diese flamme der ewigkeit zu tragen ein glitzernder schein tiefster geburt
es ist asche die bleibt in den fanfaren des windes spielt luftig der sommer …liebkosung der wiederkehr
im restaurant lachen die kellner ganz ungeniert über einige der touristen die sogar im urlaub gemeinsam essen auch hier unter sich nur noch vielzähliger …aus den boxen radiomusik in sprache des tourismus nicht des landes dafür andauernd laut
die promenaden im abendlicht eine schwere marschmusik gehüllt in duft und gerede auf ihnen laufen die gut gekleideten daneben sitzen die schlecht gekleideten auf den unzähligen bänken die zum anschauen gemacht …das alles hat etwas zufiest trauriges … sinnlose lichter dort oben wo das universum glitzert lächelt er aus dem schleier der mondschatten heraus
der abschied …kommt als nächtlicher freund wo abbitte in die dunkelheit tropft .. an der bar …er bemüht sich sichtlich sie zu erheitern …sie ist gelangweilt in ihren wein vertieft …träumt von einer leidenschaftlichen nacht mit einem fremden der ihr von der liebe erzählt nicht von seinem beruf …
es ist egal ob man in der eisdiele bedient oder bestellt sich setzt und isst ausruhen kann sich niemand der beteiligten und wahrscheinlich hat daran eh niemand ein interesse
„jeder, der lange in der gesellschaft leben kann, beweist mir nur, dass er nicht besonders feinfühlig ist; denn ich sehe fast nichts, was dort das herz erwärmen könnte, oder vielmehr nichts, was es nicht verhärtete, und wäre es auch nur der anblick der fühllosigkeit, oberflächlichkeit und eitelkeit, die dort herrschen.“
nicolas chamfort
nichts erschöpft mehr als diskussionen beizusitzen über fiktive charaktere …
diese warmen akkorde diese unübertreffliche temperatur auf den tönen treffen mich momentan so tröstlich direkt ins zentrum aus dem ich fühle ein versinken in freiheit in mir selbst
ein paar sind zwei hälften die sich zu einem gemeinsamen zusammentun …sie sind dadurch kein ganzes nicht größer oder stärker eher noch verletzlicher durch verlust der variabilität und selbstständigkeit ihrer untrennbarkeit …
man achtet auf den anderen stets mehr als auf sich selbst
vielleicht sind menschen etwas ganz anderes als männer und frauen …die meisten männer sind mit den frauen in einer beziehung ebenso bestraft wie die meisten frauen mit den männern in einer beziehung bestraft sind …was kein zufall ist
ständig in den himmel schauen ändert auch nichts dennoch halte ich mich daran immer noch am liebsten fest …ein gefrorener blick …der erdanziehung entkommt niemand nicht mal die engel auch gott ist gefangener eines körpers hier bei uns unten regiert die kraft aus dem innern des planeten auch für gott nicht aus lebendigkeit die dafür existiert …müde gelaufene jahreszeiten in behaglichkeit auf vereisten meeren gerodelt den himmel mit lasso eingefangen rodeo auf regenwolken die postkarte im rotwein philosophisch versunken farben der lüfte in briefen verschickt bis die partitur verdunstet blätter noten atem ist …
ich habe mich nicht verstanden gefühlt.? richtig muss es heißen: ich habe mich nicht verstanden gehört bzw. gedacht bzw. geglaubt …als wäre das leben nicht bereits verirrung genug schleppt die sprache ihren kunstvoll unbeherrschbaren beitrag an
privatier sein bedeutet für mich es geschafft zu haben raum und zeit loszulassen sowie jegliches maß dadurch dem folgen zu können was ich muss also in meiner geistig kreativen arbeit voranzukommen es ist egal was du machst aber du musst es mit dir machen
dschuang dsi (ein zeitgenosse des platon) sagt über die psychologische voraussetzung des tao: „der zustand, wo ich und nicht-ich keinen gegensatz mehr bilden, heißt der angelpunkt des sinns (tao).“ es klingt wie eine kritik geläufiger naturwissenschaftlichen welttanschauung, wenn er sagt: „der sinn (tao) wird verdunkelt, wenn man nur kleine fertige ausschnitte des daseins ins auge faßt,“ oder:“ „die begrenzungen sind nicht ursprünglich im sinn des daseins begründet. die festgelegten bedeutungen sind nicht ursprünglich den worten eigentümlich. die unterscheidungen entstammen erst der subjektiven betrachtungsweise.“
ein aphorismus für den stammtisch der adoptierten taschendiebe : das äffchen gehört auf die schulter wie die hand an die kurbel dem laierkasten seinen mann
ein aphorismus für junge jediritter : jeder der im stillen eine überzeugung über sich gewonnen hat sollte ein mindestmaß an haltung innerhalb direkt gelebter maximen als formulierte alltagstüstung groß und bunt auf seiner aufgepumpten hühnerbrust gemeißelt haben: ich bin gekommen um zu deklassieren nicht um freundschaftspunkte zu sammeln
ein aphorismus für trockenbauer und trockenbauanschauer : mach’s gut alter freund wir sehen uns dann hoffentlich nicht so schnell wieder in der prosa deiner konkursmasse …den juristischen verträgen und psychopharmazeutischen packungsbeilagen
betritt und erfährt man das was als konformistisches normativ die stellung des durchnittlichen verteidigt empfindet man eine tiefe dankbarkeit nicht zu denen zu gehören
interessanterweise sind es eben diese leute die menschen wie mich zum beispiel als einen verrückten respektive einen psychopathen erkannt haben wollen den ich unter jedweden vorherrschenden bedingungen sollte es so sein jeden tag meiner umfänglich erlebten beobachtung stetig mehr zu schätzen weiß
darf ich etwas fragen? ja. könntest du mit jemanden der genauso ist wie du zusammenleben? was soll das und du? eine ungewöhnliche antwort auf eine geschlossene frage aber dadurch interessant. selbstredend ich mach doch nichts anderes
du siehst schlimm aus. ich bin krank. weil du auch nichts anständiges isst obst immer nur obst und salat. richtig nichts anderes. was ist anständiges essen? na fleisch und kartoffeln bio das ist der letzte müll aus dem supermarkt den du da immer isst. hat dir das der fernsehapparat gesagt? ha ha. wenn ich deine gelassenheit und emphatie dadurch bekomme bin ich sehr motiviert meine ernährungsweise umzustellen
ich kann dir gar nicht sagen wie glücklich ich mich schätze jemanden wie dich zu kennen eine lebensexpertin und heilige.
mach dich nur lustig. das tue ich nicht im gegenteil ich unterstütze deine abneigung gegenüber gewissheiten indem ich dich bestätige trotzdessen wir jetzt beide lügen sage ich dennoch die wahrheit …
es ist irrelevant was du sagst von bedeutung ist das ich es tue …
nein ich trenne keinen müll …das sieht dir ähnlich für unsere probleme auf der welt interessierst du dich nicht das geht dir am arsch vorbei. wenn du das so sagst …dein engagement gegenüber neuen routinen ist bemerkenswert du hast ungeahnte tiefenpsychologische fähigkeiten. es liegt sicherlich daran das ich in nichts ein problem begreife darum bin ich ergebnisorientiert …das was du dort machst hat keins offenkundig.
ja ich weiß es ist die pflicht eines jeden bürgers seinen beitrag zu leisten für ein gutes gewissen sogar dann wenn das was man macht eine täuschung darstellt. du bist eine vorbildliche mülltrennerin eine promovierte sogar wenn das der umweltminister sehen könnte
die flecken in den wänden bewegen sich jagend einem muster nach welches man nur mit geschlossenen augen erkennt sie sind strömungen der lüfte sie tanzen die flecken sind fliegen und käfer sogar sind mit den lüften sogar wenn sie selbst davon gar nichts bemerken …
„ich hab’ im traum geweinet,
mir träumte, du lägest im grab.
ich wachte auf, und die träne
floss noch von der wange herab.
ich hab’ im traum geweinet,
mir träumt’, du verliessest mich.
ich wachte auf, und ich weinte
noch lange bitterlich.“
nur schumann konnte heines zeilen so schnörkellos und vollkommen klar melodische tiefe in seine akustik meditieren
es riecht nach gewitter dein blick verrät es gestern war er sich nicht sicher darum regnete es nicht aber jetzt
spricht alles dafür sogar wenn du nichts sagst
der koffer auf dem schrank hat viele länder gesehen und zimmer in diesen ländern auch dort benutzen die menschen schirme wenn die wolken sie ins kreuzfeuer nehmen wenn der regen nur nicht so nass wäre dann hätten wir ihm einen anderen namen gegeben meinst du nicht auch? ja ganz bestimmt und wir? wir würden wie der regen heißen und wären immer nass …
dein schmerz war so aufgeregt zwischen straße und laterne darin das leben ein winziger punkt ein brennendes atom im nachthimmel rot der mund am zigarettenfilter alles was nicht spricht ist dunkelheit die in uns leuchtet
dadurch ungreifbar wir stehen hinter dem traum der von beginn an bereits vorbei gewesen deine hand ist april deine augen dezember ist gefangen in den dingen
du bist so weit gegangen weiter als die erschöpfung rufen kann weiter als der morgen sterben wird
„jch glaube keinen tod: sterb ich gleich alle stunden / so hab ich jedesmahl ein besser leben funden.“ aus dem cherubinischen wandersmann von johannis angelus silesius
die überlegenheit gottes über den menschen und der göttlichen synthetischen auffassung von den dingen über die menschliche chaotische ansicht wird von heraklit stark betont (denn menschliche sinnesart verfügt nicht über einsichten, wohl aber verfügt göttliche darüber.)
mein lieber bruder das ist so wahr : „die einheit der dinge liegt unter der oberfläche; sie hängt ab von einer ausbalancierten reaktion zwischen den gegensätzen“ warum nur ist es dir nicht gelungen die praktischen erkundungen in deinen alltag zu integrieren und dich darin zu leben mit den anderen
wer nicht vater noch mutter hat den erziehen tag und nacht
albanisches sprichwort
wenn der tod nicht zum leben erwachen muss (was vielleicht a priori einen widerspruch bedeutet -vielleicht- deswegen da man erst die erfahrung benötigt) würde bedeuten : er ist jetzt anwesend und tätig
auf der autobahn in den süden gibt es keine reisenden mehr nur noch schüsse aus lkws umgekrempelte landschaft herab gestürzte bäume eine lange liste von streitigkeiten …aus der ferne ein telegrafisches summen die nachbildung einer mitteilung und stimme aus der nähe fehlt es an wasser und proviant
alles spricht nur noch vom krieg und die verwüstung die er hinterlässt es braucht keine berichterstattung um zu wissen wie es den menschen geht deren heimat trümmer sind und die familie nur noch verschüttung …
die katzen stellen sich tot verweigern die nahrungsaufnahme bis man sie am köpfchen krault die worte sind zu müde um das rettende ufer zu erreichen auf der anderen seite vom see gibt es einen feuerwerkshimmel bei uns explosionen von sternen das konfetti das gott über uns wirft
man unterhält sich nur noch mit gesten schnipseln und fertigkeiten achtsam aufgelesenes über das was sonst niemand zu beachten vermag nicht mal der mond
der regen er macht den schwalben die wolken schwer und die luft unzugänglich
er nieselt in meine stimme spricht zu mir als wäre ich das meer seiner ankunft
der horizont ist tot und bleibt es
vorerst …die gedanken sind woanders fliehen vor dem gewitter in richtung süden
selbst wenn geschossen wird
wartet die zukunft und flattert lustig wie fähnchen im wind
am abend ist es vorbei auf der autobahn fahrtwind der sehnsucht
es bleibt mild auch die idee von den ferien
die keinen regen kennt nur das große wasser auf der erde das weder boote noch menschen mag …
lavorare stanca …
sardische schäfer haben in mir einen stärkeren eindruck hinterlassen als deutsche professoren und gewitzte pariser und auf dem balkan traf ich landstreicher deren heiligenlegende ich gern geschrieben hätte …

