auf dem land ist es immer ein wenig trist sagt man in der stadt und auf dem land spricht man ebenso ungern über sich selbst wie in der stadt es ist dunkel und die pflastersteine spiegeln den regen im mondlicht der wie ein gedächtnis voll von erinnerungen in seinem aroma liegt so nah das grab von gestern und morgen ein und derselben geschichte eine geschichte so gewöhnlich das man sie leicht übersieht er geht in seinen gedanken umher: ich weiß nicht wo der regen herkommt ich weiß nur das er anhält …
im spiegelbild einer schaufensterscheibe sieht er sich wie ein gefülltes rotweinglas verträumt und finster, der morgen wenn er ausgestorben schmeckte überraschte ihn hin und wieder sonst gab es nichts was ihm noch seltsam gar erschien er gehorchte sich selbst vielleicht wird dies eines tages von nutzen sein und wenn nicht lebt man für das unnütze solange es abends nach süden goldenen hängen und etwas passacaglia schmeckt geht auch das vorbei jene erde in denen die wurzeln zur ruhe kommen manchmal klänge die nach rasen duften partitur von violinen aus dem zwinkern des alltäglichen sich abmühen lohnt nicht im mondschein ausgehen wenn man niemanden erwartet lohnt schon gar nicht …
glockenschlag durchbricht die räume dieser nacht fliesst durch büsche und verwehte bäume die sich unruhig wie in träume wiegen hinein in diesen körper der ihn kleidet ihn bewegt nun so viele jahre schon nackt und klar die glockenschläge wie das rasseln von den eisenbahnwaggons inmitten einer landschaft die elektrisch knistert
schönheit streichelt man wo immer man sie findet so die häuserwande die er sanft berührt wie die finger der geliebten eine unschuld sucht nicht das versprechen das dem herz ein feuer brennend universum ist
die straßen flüstern wie verbannt ihr lied oktaven der vergangenheit abends wenn das leben aus dem koffer steigt wie ein navigator der richtingsweisend jeden fremden orte kennt und so alles wie das heim für ihn zurechtgemacht und auch die zäune und die mauern sind allein für sich und lichter der laternen fragen ihn den mann der einsam dort im regen wo er sei gewesen der müde wanderer dem alles kann passieren jener der noch immer träumt manchmal zwischen bildern die er damals und in zukunft sieht der nachtwind streift flüchtig wie die pantomime durch die luft aus dem schlaf der seeligkeit steigt schwebend halb versunken hier und jetzt inmitten der sekunde die ihn hält wie ein versprechen sammelt hoffnung aus den ängsten die er damals kannte und die tiefe der gefühle sinkt in verse die wie taue seine schmerzen halten mit dem schwung der stummen sehnsucht schlägt den puls in seinen adern die sich strecken wie die seele im gewand der mondin mit den langen blauen armen die nach ihm verlangen wie die mutter nach dem kinde welches unter und nicht auf der erde liegt, tonlos zieht er weiter durchschreitet er die nacht und sein vermächtnis in lebendigkeit ist wie der tagesanbruch den er fürchtet die ungewissheit der berührung aus den leiden dieses augenblicks , so er ein anderer ist der war wie dieser regen unbekannt zuweilen und durchtränkt wie einen fetzen stoff den tropfen seines blutes im gefühl jenes das verloren ging …
für cesare pavese


2 comments
Ich könnte deine Anima sein, habs an deinem Mund abgelesen………… deine Pyromanin Chiromantikerin Physiognomin Schülerin Schirmteilerin Johanna 2.0 Zula Scarlett. Weißt du noch; die arabische Lesung von Navid Kermani bei der wir uns kennen lernten …
luna da bist du ja wieder, du bist wieder da , das ist schön