Momentaufnahme 22

by Maik Gustavus 24. Oktober 2026 0 comment

der abend ging fort ohne auf das zu warten was ich mir vorstellte so kam ich nicht daran vorbei mich in dem zu hinterfragen was ich mir vorstellte

ich stelle mir einen raum vor in dem für uns nichts wahrnehmbares existiert das geht selbstredend nur von außen von innen unfühlbar

ich habe gewartet manchmal warte ich immer noch einfach so im warten versunken ohne zu wissen worauf

das gesetz ist die unmittelbarkeit in ihr unter dem mondlicht und trifft keine schuld sollte regen sprechen ich falle ins wort aus dem du gelaufen kommst

jedes mal wenn wir uns begegnen überraschen wir uns …er mich in seiner rolle eines wesens das nichts von dem entspricht was mir über ihn bekannt und ich überrasche ihn damit das er mich überrascht wir begrüßen und verabschieden uns nie ich kann nicht sagen das es fehlt diese gegenseitige höflichkeit die ich wie eine formale distanz unseren zufälligen begegnungen empfunden hätte so tauchen sie auf einer zeitlosen subtilität und ebenso tauchen sie wieder ab in das gemeinsame bewusstsein die heimat die wir beide vermissten seit unserer jugend wohl … in diesen weilen ist das aufeinandertreffen unser feuer das wärmt und erhellt die entdeckung ferner welten …mir gefällt in diesen eroberungen von terrain die zugewandte leichtigkeit unserer gemütszustände driften zu den bedingungen einer erhöhten geistigkeit die somit in unseren begegnungen einen ursprung ästhetischer genügsamkeit beweist …einen moment glaube ich ihn zu verstehen zu kennen aber im darauffolgenden augenblick verschwindet es das was mir vertraut und gemocht durch eine bewegung die nicht zu seinen worten passt oder formulierungen die nicht seinen bewegungen angemessen aber in inhalt und wiedergabeweise bei anhaltender einlassung wohlgefühl durch sich entwickelnde einstimmigkeit in mir erwecken ebenso liegt eine geschmeidigkeit in den gewählten sätzen in tempi frequenz und plötzlichen richtungswechseln die er nie kommentiert oder zum diskussionsgegenstand werden lässt er übermittelt das vertraute in ihren scheinbaren ursprung zurück es sind bewusste reaktionen kleinste aufregungen kaum merkliche gestikulationen die nie etwas allgemeines ankündigen dazu sind sie zu präsent gewissenhaft zu feinsinnig …keine dummheiten oder debile und törichte anwandlungen einer schwäche das unsichtbare erachten als folge von strömungen des windes die transfigurierte rhythmik einer luft eine rein musikalisierte intelligenz wenn es sie gibt so ist er ihr besitzer …

…entweder ist er verrückt oder ein wundervolles geheimnis
einmal sagte er sie laden mich immer noch zum essen ein nie sah ich zufrieden aus nie redselig oder interessiert das hätten sie bemerken müssen mich verschonen ihrer ader der selbstgefälligkeit in meinem unglück wenn ich in ihrer nähe gehorsam ihren anordnungen folgte in diesem hause sei es brauch da esse man gemeinsam aller ehren wert es gibt ja fast nichts unästhetischeres als menschen beim essen zuzusehen oder noch unangenehmer sie dabei zu hören das ist das widerlichste das tierische exzessive das gefangene apparatur der körper zerkleinern verdauen ausscheiden exibitionistisches belauern tischordnung ist sitte das besteck mittel zur sättigung die arbeit der kiefer und zähne augenblickliche reaktionen pflanzliches widerkäuen bindegewebe roh tot fleisch hitze geronnenes blut saft der muskeln im kerzenschein der affektivität worte dazwischen geworfen kleben salzig am
mund das ohr isst mit zäh undeutlich überflüssig durch motorik zersiebt wortornamente aus zwang und not zwischen gabel und gustatorischen nuancen

man ekelt sich teilweise vor sich selbst früher als ich kind war hab ich auch in einer gruppe gegessen und es sogar für angenehm empfunden aber ich bin kein kind mehr …nun könne er sich vor inneren krämpfen und übelkeit kaum mehr überwinden

besinnung ist das interessenlose interesse das besinnungslose

ich traf die kastanie als sie noch ohne grün halb tot verlassen auf den steinen vor dem tore stand und ich verabschiede sie als sie in begriff zu ihrem ursprung zurückzukehren die vielen grünen finger die nun braun und beige adieu mir winken und die früchte hübsch zu füßen glänzen es ist herbst mach dich bereit zu gehen nichts liegt hinter …nichts liegt vor

wie lächerlich es von außen betrachtet doch ausschauen muss wenn charakteristische gegensätzlichkeiten sich nötigen miteinander auszukommen die filmografische zusammensetzung von szenen und unterszenen zu einer subtilen komödie der eigenschaften

der fährte in die unliebsamen wilden gewässer der wirklichkeit zu folgen sich in seinen einsamen stunden zu sehen und hineinzufsllen in das gemeinsame ewige missverständnis

niemand vermag es dich davon zu befreien das ist dein ganz eigenes abkommen zwischen dir und dem leben

entweder lässt man die anderen im stich oder sich …jedoch wer sich selbst besitzt besitzt die welt

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