ils n’existent pas …sie existieren nicht ihre umgebung gibt ihnen existenz
ich gehe dorthin wohin mich der wlnd weht und die nacht begleitet dorthin gehe ich
„der jäger der in erregung gerät über die hetzjagd nach der -wahrheit-, über die verfolgung eines einzigen und ununterbrochenen weges, bei dem jeder wegteil der einzige zu sein hat, den er einschlagen muß, damit er weder vom weg abkommt noch etwas vom zurückgelegten weg verliert, läuft gefahr, daß er am ende nur seinen eigenen schattten erhascht. riesig zuweilen, dieser schatten, aber eben doch nur ein schatten.“
paul valery
offenbar wird dieses ganze schillernde frauenvolk das der wollust ein immerwährendes recht über sein kommen und gehen einräumt von keinem anderen verlangen als dem nach liebkosungen in dieses reich hineingezogen zauberhafte vielfalt des aussehens und der herausforderungen.
keine frau streift da die luft wie eine andere was sie hinter sich lassen das kielwasser ihrer sinnlichkeit ist nie dieselbe sehnsucht dasselbe parfum …und wenn ich manchmal leise lachen muß über das mißverhältnis zwischen ihrer kümmerlichen oder grotesken äußeren erscheinung und ihrem unendlichen bedürfnis zu gefallen so haben sie doch immer noch teil an dieser atmosphäre der laszivität die dem rauschen grünen blattwerks ähnelt. alte huren aufgetakelte gestalten mechanische mumien mir gefällt daß ihr in der gewohnten szenerie auftretet; denn ihr seid immer noch lebendige lichtschimmer verglichen mit den familienmüttern denen man auf den promenaden begegnet …
„genie …der große, überlegene mensch – der übermensch – ist derjenige, in dem folgende dinge in einem höheren stadium gegenwärtig sind:
reflexion, gewissen und tatkraft, die drei zustände des höheren bewußtseins, beinahe ausschließlich menschlich. jedoch sollte man sagen, auch wenn diese dinge (…) vorhanden sind, sind sie unterschiedlich; der überlegene mensch denkt genauer, er fühlt tiefer, er will sofort, (…). er ist nicht kalt, hart, im gegenteil, er ist ein denker, ohne rein ein denker zu sein, er ist gefühlvoll, ohne rein gefühlvoll zu sein, er ist ein mann der aktion, ohne dabei jedoch einer maschine zu gleichen. er ist nicht degeneriert wie napoleon, der eine reiche reflexion (im gefühl), einen großen willen hatte, dem aber völlig das moralische gefühl abhanden kam, der ein krimineller (ein epileptiker) war und der eigentlich hätte im asyl (…) bleiben sollen. napoleon war eine gefahr für die gesellschaft. er war jedoch nicht so entartet wie der tief gefühlvolle, aber asexuelle j. christus, der zu einer gesunden reflexion nicht fähig war, sondern der wie alle mystiker und die meisten metaphysiker krankhaft und obskur dachte. nein, der überlegene mensch ist mehr als dies. er ist nicht asexuell wie christus. er ist sexuell, allerdings nicht erregbar oder übererregbar.
die stärke des übermenschen begründet sich in seiner macht, ungeordnete naturtriebe und impulse zu kontrollieren.“
fernando pessoa
prinzipien der vernunft
geh mit feuer // geh allein // folge niemandem
prahle öffentlich nicht mit deiner größe (ein sicheres anzeichen das du keine besitzt //
wahre überlegenheit kündigt sich nicht an)
halte dich zurück bleib im hintergrund wenn die situation neu für dich ist
streue erst dann akzente wenn du eine situation ganzheitlich durchblickt hast und dich mental dementsprechend eingestellt hast
es gibt nichts worauf du dir etwas einbilden oder stolz sein kannst
bewahre deine anonymität und neutralität
sorge durch regelmäßiges training und hygiene für stabilität in kopf und körper
mach das hören zur pflicht nicht das sprechen
sprich nur von dingen von denen du etwas verstehst folglich aus der eigenen reflektierten erfahrung
sei nachsichtig mit den einfältigen und dummköpfen hilf ihnen höre auch ihnen zu
plapper nichts nach was du gelesen oder gehört hast ohne es überprüft zu haben
wenn du es nicht überprüfen/durchdenken kannst sprich nicht davon
überprüfe deine thesen in der direkten erfahrung ohne das die anderen etwas davon bemerken bzw. gib sie nicht der lächerlichkeit preis
weiche keinen hindernissen aus nur sie bringen dich weiter (sie sind teil des prinzips // eines tages kapitulieren sie vor dir …)
“durch vernunft nicht durch gewalt soll man die menschen zur wahrheit führen.“
denis diderot
ich habe ein gemälde von van kuyck betrachtet „der tod und das mädchen“ und ob es meiner harmonischen neigung entsprungen sei antreibend der romantischen symbolik im auge des betrachters oder das einfangen einer metaphysisch abstrakten realität wage ich nicht festzulegen …. in dieser vermischung von kontrasten und schattierten konturen zur undeutlichkeit bewege ich mich hindurch der allgemeingültigkeit was begriffliche anschauungen angeht …da es sich hier um einen künstlerisch ästhetischen ausdruck handelt … … gewisse formen unbeachtet ihrer stigmatisierten erfassung und definition in meiner wahrnehmung versunken bewege ich mich hinein und da
springt mich intuitiv die frage an in den bezug versanschaulichter gedankenexkursionen ohne vorwegnahme einer hoffnung an fähigkeit sie beantworten zu können die frage gleich einer geheimnisvollen wiederanknüpfung an ein bild ähnlich wie dieses zur rückkehr meiner jugend.. wer ist wer? vielleicht hat mich der klang dieser offenen gleichzeitig in sich geschlossenen frage dazu verleitet dieses reduziert aber intensive mittel zur aufklärung eines mystischen sachverhalts hinzuzunehmen als eine ausgleichend auftretende kraft durch gezwungene rhythmische pause nach jedem wort des sprechens durch die anordnung der vokale und konsonanten die stets auch eine abfolge von akkorden auftretender rekursivität und ihrer logik sind innerhalb dieser formulierten interrogation …

wer ist wer?
drei einfache jedoch tiefreichende worte wuchtig und bindend sowie unmissverständlich etwas klarzumachen gewillt …es geht nicht darum was das auge sieht sondern auf was es uns aufmerksam machen will durch aufheben physikalischer gesetzmäßigkeiten die unsere einlassung in etwas verlangen und die reaktionen die uns die betrachtung des werkes in gewisser weise vorgibt zu umgehen hin einer andersartigen phänomenologischen sichtweise
die details am rande sind in gewisser weise für den blick die geheime ergänzung des bildes sie weisen auf die funktion der mittel hin und machen die geistige einwirkung eines bildes sinnlich wahrnehmbar. die sensibilität des betrachters bildet einen umkreis des zu lesenden bildes; sie erwachen und regen sich in jedem einzelnen auf grund von verschiedenheiten und übereinstimmungen von harmonien und dissonanzen die sich zwischen dem was man sieht und dem was man insgeheim erwartet hat und so vollkommen schwerelos in das musikalisierte gefühl des pinselführenden eindringt wie ein schlaf bei dem man als beobachter teilnimmt gleich einer meditation und sofort an den körperlich gestalteten rahmen van kuycks festzuhängen scheint und mich ganz nebenbei an einen eng vorbeifliegenden schwarm vögel erinnert …ihre gleichmäßigkeit der bewegung dieser eine schlag der luftmassen unter dem ich stehe …allmächtiges grollen dumpfes himmelsbeben körperlicher muskelkraft und einheitlicher präzision dieser bewussten koordination …ein dezentes furioso …gleichbleibend intensiv wie im schlagzeugspiel des bolero ravel‘s …

