diderot hatte vom philosophen nur die unbeschwerte leichtfüßigkeit die man zum philosophieren braucht und die nebenbei bemerkt viele philosophen vermissen lassen wenn es um die musikalität der worte geht und diese von größerer bedeutung ist als die anzahl der wörter über die er verfügt
flaubert hat durch madame bovary der curtisane ein unvergessliches denkmal gehauen in aller verlegenheit und konsequenz indem sie sich vor scham an ihren eigenen eitelkeiten das leben nahm
m. beginnt die novelle mit einem scherz
„bonsoir mon ami, oh pardon entschuldigen sie, dass ich so unverblümt und schräg ihr augenzwinkern mit einigen worten so eilig doch pariere, die unter uns gesprochen doch sehr einfallslos, dass muss ich wohl gestehen und ich mich hier mit schmach bekleckere. ich hoffe sehr sie seien nicht der art irritiert über meinen vorstoß mich für einen vagabunden zu halten, nein der bin ich wirklich nicht, ebenso hätte ich blind ins leere laufen können, allerdings so ist es üblich und gewöhnlich umgänglich, so möchte man denn wahrgenommen werden und dieses laster stand mir ohne die geringste beschönigung meiner ambition sehr wohl im sinn, aber eine ähnlichkeit zu einem menschen der mich doch sehr eindringlich geprägt ist unverkennbar.“
„nun schauen sie bitte nicht gleich so erstaunt monsieur, sie bringen mich einer verlegenheit sehr nahe, wenngleich ich schon die wärme spüre, sie seicht in meine wangen strömt, sodass ich ihrer womöglich schon gehöre. das auf und nieder fallen ihres haares bei jedem ihrer eleganten schritte erinnert mich sehr intensiv an diesen menschen, zudem schmeichelt ihr zielstrebig suchender blick die augen des betrachters, gebettet in den warmen schimmer eines kaschmirschals, in verblüffend gleicher weise meines alten freundes, bei unwesentlich einmischender mimik der verbleibenden muskulatur ihres gesichtes, ein merkmal, welches von nicht geringer intelligenz bezeugt, dessen bin ich sicher.“
ja gewiss und das mehr als gelungen durch die überspitzung des alltäglichen in ein kurzweilig surreales konzept ebenso endet sie mit einem scherz vielleicht aber auch nur ein hinweis darauf das die ironie nicht bloße verbindung zwischen leben und tod realität und illusion sei sondern ein zu grunde gelegtes metaphysisches gesetz …wenn dem so ist kann man weder das leben noch den tod belächeln sondern tut dies heraus der komplementären abstraktion derselben ebenso jeglicher anderer gegensätzlichkeiten die schwer definierbar eher fühlbar sind …
„glauben sie?…..augenblicke zu füllen mit gefühl und licht liegt in der kraft und im individuellen verständnis des lebens an sich…ganz allein in der hand des teilnehmenden individuums……verzeihung ich wollte nicht despektierlich erscheinen, auch nicht zum schein….sich nun etwas nie da gewesenem gegenüberstehen sehen, sich selbst in aller blöße und verletzlichkeit, eintauchend in eine welt die ganz und gar unentdeckt in ihrer vielfalt und schönheit… ich sehe sie nicht mehr. wo sind sie….warum plötzlich so still, wo eben noch jahrmarkt war….“
„der tote moment sagt mir das wort in dieses tongefälle, divertimento der schwerelosigkeit. in tränen schweige ich aus glut der kohlen. was ist jetzt? was war jetzt? was wird jetzt? jetzt. war gewesen. es war tag als die nacht ist. ist. der zeitpunkt fällt aus der zeitlosigkeit. das vergangene bleibt der zukunft erhalten. zwischen wolkenschleiern verfing sich ein drachen im herbstlicht auf bitten eines kindes. seidig tränkte die wärme das licht der farben. ein kind entdeckt den winter bis das lächeln des frühlings kommt. im sommer verblendet das lachen alle wiesen und auen und die bäume nicken schwer über eingetrocknete teiche. windfanfare, herbstmusik, vivaldi. ich fühle musisches rauschen durch blätterlabyrinthe wehen. müdigkeit. die farben verblassen, das licht stirbt. mir ist heiß. kalt. frost in den adern. was hat er gesagt?“ ……
man vergißt allzuoft, daß kunst nur in actu existiert: kunst ist handlung; sie ist jene handlung die darauf abzielt die sensibilität des menschen zu erregen und zu verändern und daraus solche entwicklungen entstehen zu lassen die man sich endlos wünscht. so bilden sich mehr oder weniger intensive bedürfnisse heraus die sich jedoch erheblich von jenen unterscheiden, die uns zu sklaven der ansprüche unseres organismus machen. sie zeigen an und gewissermaßen zeichnen oder konstruieren sie in uns ein wesen das aus rhythmen empfindungen symmetrien und ähnlichkeiten lebt diese aus sich selbst oder aus einer anderen quelle einklagt und empfängt.
wer die musikalität eines textes untersucht wird ihr nicht in formalen anwendungen begegnen das ist etwas das nicht den er regeln der grammatik ihrer katalogisiert geführten helfer und haushalten folgt sie ist das schweigen zwischen den worten und das hält länger atem denn die worte befähigt sind
das leben erhält ihre qualifikation in den pool der gedachten lebhaftigkeit im zwecke ihres tuns durch die form ihres gesetzt begrenzten körpers einer funktion in handhabung leibhaftiger funktionen aus dem die tat des möglichen hervorgeht
„So schick sie, traurend, doch in Frieden, fort.Und an des Gartens Morgenseit, allwo sich Zugang von Eden aus am leichtsten bietet, Stell eine Cherubshut, das Flammenschwert Weit schwingend, fern zu scheuchen jedes Nahn, Zum Lebensbaum den Zutritt zu verwehren; Damit das Paradies nicht schnöden Geistern Zur Zuflucht dien‘ und meine Bäum‘ als Raub,Noch mehr den Menschen mit der Frucht zu täuschen.“
John Milton „Das verlorene Paradies“
was war der erste gedanke nach dem betreten der bilderwelt den man hinaus in den tag schickte? …es darf sich nie um den selben handeln den man mit in den schlaf genommen wenn dem so sei wird man es ohnehin nicht bemerken da man etwas folgt was man nicht fühlt ist ein verschlungen leichentuch umhülltes gefäß darin die erlittene gewalt eines grauenhaftes mordes an lebendigkeit der gegenwart somit seiner selbst …
die gedanken und bücher von precht ?
protokolle eines verstandesgestörten exentrikers
er denkt sich bedroht in einem seiner werke der meinungsfreiheit (da ist er nicht der erste das dachten viele vor ihm bereits ebenso) welche interessanterweise kathegorisch ein publikum benötigt sodass nur dann sie frei bezüglich ihrer interessen sei ich sehe ihn eher bedroht aus psychologischer sicht in seinem passiven gewinde historischer zeichen und muster hin einer funktionalen paranoia … ich fasse sein pamphlet mit dem titel „angststillstand“ ohne es gelesen zu haben zusammen : ein leitfaden für die abstumpfung in resignation als eigenverantwortliche bürgerpflicht für eine in sich geschlossene statisch gesellschaftliche inklusion mit schwerpunkt auf die religiöse abtreibung des konkreten aus dem vokabular des meinenden bezüglich strenge und rücksicht einer allumfassenden denunziation differentiell kombinierter elemente linguistischer gesetzmäßigkeiten
im café kann man alte paare beobachten und sehr häufig wirken die frauen im umgang mit ihren männern sehr abwertend und gebieterisch durch gezeter und kommandos , nichtmal der hund wird so herabwürdigend angekeift … wenn man sich nun das kennenlernen der beiden vorstellt in jener hormongesteuerten idiotischen liebelei in dauergrinsschleife welches bei allen frisch verliebten paaren nahezu identisch ist und was dann daraus wurde kann man doch nur darüber lachen zudem musste ich unweigerlich an die worte cesares denken das es bisher noch jede frau geschafft hat einem einigermaßen anständigen mann in ein wrack zu verwandeln
vor der bankfiliale treffen sich die frauen wie jeden dienstag vormittag zum sprechen mit anderen frauen die in ähnlicher weise angehört und verstanden werden wollen von den vertretern der bank die in dem gebäude sitzen und stehen zu festgesetzten uhrzeiten und abläufen die man kenne die sich nicht ändern sodass freie zeit bleibt vor der filiale sich mit den anderen auszutauschen was einen so beschäftige mein mann hat eh immer unrecht …wenn ich das sage sagt die frau können sie mir das glauben gott sei dank bin ich eine frau immer diese männer was würden sie ohne uns machen sagt eine andere frau die könnten sich ohne uns nichtmal allein die schuhe zubinden wahrscheinlich hätten sie gar keine …eine frau ist eine frau wenn sie ihren hampelmann hat …alle lachen über die männer mit den frauen die keine männer haben bevor sie gemeinsam in instinktiver reihenfolge die institution betreten um bevormundet zu werden um antworten zu erhalten auf die fragen des lebens die immer auch fragen des geldes und des einkaufs sind …der supermarkt lässt keine fragen offen alle sitzen im selben boot wir gehen gemeinsam unter oder niemand von uns wird wagen auch nur ein wort darüber zu verlieren immer verlieren ist langweilig ebenso wie immer gewinnen am besten man hält sich aus allem raus tut nur das was wirklich nötig ist wie die bankgeschäfte und der einkauf von lebensmitteln über alles andere können wir dann plaudern über die praktische anwendung verliebt man sich immer wieder aufs neue in die plauderei so bleibt man sich und der familie treu unbedrohlich und diskret
wenn ich von komposition spreche denke ich an gedichte in denen versucht wird an die durchdachte komplexität und gefühlte abstraktion der musik heranzukommen indem zwischen ihren bestandteilen intuitiv synthetisch harmonische zusammenhänge symmetrien kontraste übereinstimmungen usw. eingeführt werden.
die gedanken einer grübelei kreisen dich ein exekutieren deine widerstandskraft sind das was ohnehin bekannt …sind immer das was man weiß …führen auf umwegen und dissoziativen sackgassen immer wieder zu sich selbst zurück und können doch rein gar nichts anderes tun bewegen sich auf der oberfläche nähren sich nicht von oktaven der stille wie es die energien der geistesblitze tun
wenn man innerlich wachsen will muss man widerstände überwinden wenn man das zur gewohnheit macht ist man ein kämpfer und als kämpfer muss man wie ein kämpfer leben
so viele menschen die sagen das sie allein sein können aber sind sie allein wünschen sie sich nichts sehnlicher als einen freund eine begleitung durch den tag ihrer eigenen gewöhnlichkeit
wir werden rasend schneller alt vielleicht das beste was uns passieren kann …schnell und pausenlos mehren sich bestrebungen und verlockungen …drehe dich du endlos rad ich bin zu spät war zu früh was ich als näher meiner künste in die luft geworfen im mund trag ich die splitter just herum abgekaut die rinde aus dem waldgesicht ich wollte schreiben in mir beweis der existenz urheberschaft tu ich gefallen oder spiele ich den untertan im gehen brenne ich vorübergehend wie das leben trägt so gut beleibt verkrochen vor den schlägen dieser flügel aus den finstern kuppeln legt mein glück sich dir zu füssen nieder sei im tod mein freund wie dir im leben sxhönheit mut brach melancholisch mir das wort entzwei zu viel wirds sein im schlafen liegt das zittern vor der uhr die ohne ziffernblatt das leben aus mir nehmen will …
wenn man aus der froschperspektive auf anderes schaut ist sogar der feldhase ein riese
der kampf für die freiheit innerhalb einer demokratie ist immer gleichzeitig auch ein kampf gegen die halluzinationen des verstandes
angekommen in meiner lebensmitte von dort 5 jahre brauchte es um zu erkennen um was es für mich in dieser welt geht 2 weitere um diese idee allgemein epistemologisch zu sezieren mich selbst darauf vorzubereiten diese zu realisieren
poesie ist das konkrete die detaillierte landkarte schöpferischer vegetation
einstein soll gesagt haben: man muss die welt nicht verstehen sondern sich in ihr zurechtfinden
er trennt und relativiert die folgerichtigkeit einer strukturellen idee durch negation des einen sodass das andere rein subjektive vorstellung bleibt und dieses nun sein „zurechtfinden in der welt“ ohne bindung und bezug im raume stehen bleibt und dieses zitat ganz und gar unsinnig macht
man kann sich in der welt nur dann zurechtfinden albert wenn man sie versteht
zudem wird man die welt nicht verstehen können wenn man sich auf das hören und sehen von vokabeln oder zahlen verlässt; einige glauben allerdings dadurch erwacht zu sein … wovon sind sie eigentlich erwacht und was ist das ergebnis dieses erwachens?
modus vivendi
im außen gibt es keine arbeit …für mich erfahrungen …körperlich mentale grenzerfahrungen bis man dann irgendwann satt ist von umwelt tätigkeit und teilnehmenden menschen inhaftierte in immergleichen bewegungsmustern täglicher opfergang bis zur völligen erschöpfung und taubheit , darin ein widerhall terminus der alten : mach etwas aus deinem leben …ja okay ist gut ich laufe und laufe und laufe ich drehe mich nicht um und komme nie an werde besser damit ich gut bin und bleibe…arbeit sieht man doch sagen sie …ich sehe keine arbeit … wahrnehmen denken und kreativ sein ist arbeit …im außen reagiert man doch nur … es ist augenscheinlich was man zu bewegen hat und wie …meint das etwa „zurechtfinden“ im dasein?
schwalben fliegen durch gefühl das einen abend lang blass ohne ziel ohne gedanken ich sehe den flügelschlägen zu und fühle die temperatur und das licht wie beides vergeht das gift die empfängnis die skrupel die kälte der inneren zweifel eines starken gedankens der nicht immer der umfassendste ist der luftraum eine architektur ein gebäude im traum einer wirklichkeit die identität musikalisierter arithmetik eher struktur als konstrukt der himmel tanzt auf den wolken segel schweben vorbei wie das maß einer verlorenen zeit
die unmittelbarkeit schöpft notwendiges …schweigen sinkt in die höhe hinauf zu den blättern der bäume bronze und rot ein herbstliches gesicht der augenblick der keine richtung sucht kostet das fortschreiten einer nicht getroffenen wahl wohin zerzaust mich aus den büchern wolkenstaub? unterm arm gepackt marschiere ich los und bleibe auf der stelle erdenboden stehen der mich trägt in meiner liebessehnsucht armselig theater grausam zerrissener herzen gott verzeih den frieden such ich nur im elend was mich trifft …
ich hatte reinhard einen brief geschrieben …einen brief des winters …geschrieben heraus dem was ist also einem gefühl einem bewusstsein desselben er antwortete das er eingeschlafen sei über meinem zeilen und nichts verstanden habe …nicht einmal muster hatte er erkennen können…ob man über einem text einschläft oder vor eindringlichkeit dieser gedanken zum gefährten einer nacht gemacht beides stellt einen großen gewinn dar …. du konntest keine muster entdecken antwortete ich ihm weil es keine muster darin gibt jedoch eine struktur die anatomie einer seelischen malerei frostig und warm ein einziger akkord andauernd aus den tiefen des winters geschöpft
sie sagt sie habe der vielen arbeit wegen gar keine zeit zum nachdenken …ganz genau darum arbeitest du doch
ich teile die auffassung pauls im gleichen sinne was die dichtung betrifft daß man zunächst auf die klangwerte als solche achten und ein gedicht wie eine art musik lesen und wiederlesen soll; daß man sinn und absicht in die aussage erst dann legen soll wenn man das klangsystem das ein gedicht …wenn es ein gedicht sein soll …darstellt richtig aufgefaßt hat
die verrücktheit ist nur ein verhältnis wie das vernünftige das reale ist. ich finde die wissenschaftliche tätigkeit ein wenig verrückt aber menschlich gesehen verteidigenswert.
die tröstungen der logik … noch nie hat sich jemand gefunden der gesagt hätte: es bedarf einer logik für das volk. das ist nicht meine sache. doch ließe sich so etwas vertreten.
meine sache ist die metaphysik und nicht die verrücktheit.
es liegt mir sehr wenig daran recht zu haben.
ich suche das konkrete deswegen spreche ich … intuition ist logik logik ist intuition
ein bildnis das unverfälschten raffael – was könnte schlichter sein in seinem wollen und zielsicherer in seiner wirkung?
die gesellschaft dagegen irrt von einer theorie zur nächsten. der triumph der jähe zusammenbruch der gegensätzlichsten thesen die sich jedoch wie rekursive und korrelative effekte ergänzen verursachen am ende die subjektive gleichgültigkeit. von jahrzehnt zu jahrzehnt schaukelt die öffentliche meinung hin und her zwischen dingen die nicht sterben können, und dinge die nicht leben können; beides steht außerhalb einer kontrolle und rationaler überprüfbarkeit und die auswirkungen bestärken sie darin zunehmend ein in sich geschlossen eingegrenzter kreislauf ein teppich mit abgelaufenen wegen genagelt an die unüberbrückbare unendlichkeit des elementaren
ein professor hat mir statistik wie folgt erklärt : zwei jäger ein hase einer schiesst 4 meter links vorbei der andere 4 meter rechts statistisch gesehen ist der hase tot …weil er ja ein statistischer hase ist
man kann objektiv leicht der ansicht sein das wir alle also jeder von uns eine kleine küchenschabe sei die hier und da ein bisl herumstrampelt in umständen auf eine blechtrommel schlägt und dann wieder verschwindet …
mit der außenwelt verhält es sich wie mit einem schauspieler auf der bühne: er ist etwas anderes, als er darstellt.
„ich liebe dich, und ich glaube an dich“ sagte er. „ich werde dir getreu bleiben, und du wirst mir getreu bleiben. aus uns wird etwas geboren werden, das stärker ist als das leben.“
sie sagte.
„eine tiefe melancholie.“
gabriele d‘annunzio
d’annunzios prosa „feuer“ ist ein ritt durch das symbolische der tatsachen physischer künste und epochen eine schmerzliche verdeutlichung alter verwundungen sehnsucht und empfindsamkeit …verwesung indem was man als schönheit sieht die verzweiflung und resignation in der vergänglichkeit diese bittere klinge aus delirium und wahnsinn eine krampfhafte gewalt übermenschlicher macht ein jubelschrei schmachtender liebender und das betasten von lippen des rotweins innerster weltenseele getragen musischer ordonanz glühend gleichmäßiger rhythmen des windes synthetische vereinnahmung aller geräusche und stimmen menschlichen elends und heiterkeiten ein melodisches bewusstsein intuitiven arrangements …
eine bonboniere der entzückung und ihrer traurigkeit darin vom verlassen sein in den kränklichen spiegeln des lebens romantik als originelles prinzip von zuständen visueller ästhetik in welche die handlung hineinfliesst will man sie handlung nennen …die handlung in der nichts darauf folgt als der zustand der ihr innewohnt …eine sensitive niedergeschlagenheit von wahrheit und gebundenheit in ihr eine meditation durch die dinge und ihrer beschaffenheit als merkmal des inkommensurablen durch eine konzentration emotionaler schwerpunkte in der beschreibung und wirkung auf den beobachter …direkt stechend reduziert auf dichte im ausdruck und seine angekündigte wirkung hysterisch brutal und verträumt aber stets gleichbleibend intensiv
„san pantaleone“ die psychopathische inventur menschlicher abgründe und grausamkeit jedoch aus den augen eines liebenden porträtiert eine raffinierte zergliederung moralischer unterwerfung fein poetisch herb im geschmack einer blutigen würze schaurig und anmutig zugleich ein triumph ungewollter herrschaft und ein zeugnis der einfältigkeit im unterlegen sein unveränderlicher naturtriebe die so unheimlich wie real aus stimmungen der erinnerungen in die gegenwärtige handlung hernieder fallen .. starrende augen nach dem erwachen ernüchternd und klar wie die stille nach einem fürchterlichen schrei in den morgen
nach ihm edgar degas hat zola l’œuvre nur geschrieben um die große überlegenheit des schriftstellers über den künster darzutun; der unglückliche maler stirbt daran daß er das nackte im gewöhnlichen leben sucht.
degas der eines tages an eine ecke des tisches zu sitzen kommt, wo goncourt zola und daudet sich über ihre angelegenheiten unterhalten bleibt auffällig schweigsam. »na« wendet sich daudet an ihn „sie scheinen uns zu verachten!« »ich verachte sie als maler« gibt degas zur antwort.
degas pflegte seinen spott zu ergießen über eine bestimmte sorte menschen, die er die »denker« nannte.
die weltverbesserer die rationalisten die kämpfer für wahrheit und gerechtigkeit die theoretiker die kunstkritiker… alle diese so seriösen leute waren seiner temperamentvollen art zuwider; sie beleidigten seinen sinn für eleganz für geistige unvoreingenommenheit und unabhängigkeit kurzum sein ganzes wesen darin mit einem beinahe tragischen wissen um die schwierigkeit und strenge seiner kunst …eine gewisse schelmerei verband sich damit sowie ein fast widernatürlicher hang an den idealen anderer nur das lächerliche und läppische zu sehen …

