amour fou – der poetische Versuch einer Übersetzung

by Maik Gustavus 12. Mai 2026 0 comment

jemand fragt :

warum streiten wir mit denen die wir lieben?

weil eure liebe der versuch einer darstellung ist euch zu überwerfen mit etwas das nicht in dieser version in euch vorhanden stattdessen die erwartung an den anderen einer abhängigkeit zu einem selbst …eine berauschung ohne sinnliche anhänglichkeit an der alles wahr ebenso alles falsch ist …

er sagt: sie fragt vorher was es zu essen gibt wenn ich eintopf sage sagt sie ab … sie besitzt eben anspruch den du scheinbar nicht hast was kann sie dafür das du so ein anspruchsloser dillettant bist wenn es um das wohlergehen seiner gäste geht du solltest dringend an dir arbeiten was dein verhältnis zum dienen betrifft gesellschaft ist nicht so selbstverständlich wie sie dir vielleicht erscheinen vermag der mensch ist wählerisch er verlässt nicht gern was er kennt es muss sich lohnen ihm nutzen und frag mich bitte nicht welcher nutzen es sei …

es kommt auf die wertschätzung an das ergebnis einer gleichung aus einstellung und bemühung um die errichtung einer affirmation die angemessen eine die durchdringend zu ihr passend die ihr würdig sei sie ist eine frau vergiss das bitte nicht sie ist dir gegenüber im vorteil sie ist das starke und das schwache sie sieht immer auf dich herab wenn du ihr nicht angemessen begegnest ein narr der bewundert oder bemitleidet werden will bietet ein merkwürdiges bild ..behandel sie als bedingung deines widerscheins die füllung einer leeren form wenn du nur weißt wie man liebt …lass sie frei zu einem kindlichen abenteuer werden nicht zu fußstapfen deiner ermüdeten jahre sie muss deine schmerzliche umlaufbahn sein in der du niemals scheitern kannst lass sie gleichzeitig das ende des tages und das ende der nacht sein und sie wird die aufgeschlossene tür zur erkenntnis aller dinge nur für dich allein

warum sagst du so etwas über sie? sinnig wäre es du würdest mich fragen wie es mir dabei geht da du dies nicht tust verfolgst du einen zweck mit deinen scharfen worten also verrat mir doch welcher es ist

in der zurückhaltung liegt das erotische kalkül liegt die macht der überlegenheit die kündigt sich nicht an also halte dich zurück und schweig zu deinen erfahrungen verhalte dich vornehm wie eine andeutung am himmel der gewissheit wie ein edelmann es ist die distanz welche ihn auszeichnet jemand der wie alle ist ist wie alle leicht ersetzbar in dem was zählt ersetzbar in ihrer vulkangestreiften leidenschaft blitzt anmut im lichterzauber einer sternenflotte du musst nichts versprechen du musst ihr etwas geben ein verlangen sein etwas geheimnisvolles sei ihr sommerhaus der belvedere nachdem sich ihr verlangen sehnt der kuss des tröstlichen abends auf ihre sehnsuchtsvolle stirn

ich bin dir ähnlicher als du glaubst wenn ich will bin ich du ich bin eine empfindung die ist wie du bist ich bin deine bewegung im innern die dich träumt und verletzt die dich berührt und dich liebkost die dich ansieht und aus dir scheint ich bin die tiefe deiner geradlinigkeit und galanterie deine verheißung und bitterkeit dein tragischer leichtsinn

ich will dich nicht anfassen verstehst du weil du es mir nicht erlaubst ich will das du es mir nicht erlaubst dich anzufassen nur dann kann ich dich berühren dich wahrhaftig küssen die verlockung die dein herz mir schenkt wenn du dich mir entziehst ich stehe kurz davor die grenze zu überschreiten im rascheln der kometen die deiner scheinendlichkeit kandierte zitronen duftender umrisse windböen so luftig leicht verschlafen kommend aus dem lerchenwalde der uns so häufig ein spaziergang ist gewesen die traurige farbe der bäume spielt mit deinem haar das einzig eine märchenwelt beschreibt wenn das keine liebe ist dort in deinem blick direkt in meinem abgrund führt in dem ein kleiner diamant die paillette deines abendkleides funkelt mit dem blute des verlangens wo sie sich an ihrer liebe selbst zerstört es ist ihre eigenart die uns betört und inbesitz genommen hab keine angst es ist die liebe die sich verzehrt in uns das böse und das gute es ist wichtig das du keine angst zu haben nötig hast gleich was passiert

wenn ich dich beginne beende ich dich und sollte es verachtung sein die sich wie mit jedem glockenschlag zurückgeworfen in das unheilvolle universum wiederfindet von da verfolgt sie uns späht von dort herunter diesem abstrakten raum aus dem funken der unendlichkeit ist sie zu uns gekommen auf die schliche ihr zu widersprechen sei nicht unser eigen …hinter den buchsbaumreihen neben dem wacholder treibt ein spitzel seine absicht ich höre seine gestalt sieh es an als glück was uns ereilt hörst du sie ist wählerisch wird alle register ziehen in den liebenden die sie erwählt die vernunft wird durch finstere schatten ziehen ein herbstblattgestöber zerrissene abende zischen und heulen in einer umarmung in die sie unsere namen ritzt ….ein bißchen träumen sei uns wohl gestattet am ufer der seine damals rief ich verlust und gleichmut in die nacht hinein als ich der raserei erlag ich hab dies handwerk nie gelernt und beherrsche es noch immer nicht so gib wenigstens den anspruch mir auf dies geständnis vor den bettlern dort am ufer und dem schimmer der im wasser badet habe ich gedacht um mitternacht eine vergnügung nicht kompliziert und simpel wie erlesen jene tragik nachdem die hand zum messer hat gegriffen

ich schäme mich meiner schamlosigkeit die wie ein versprechen an den eselstränen haftet hier vor diesem menschenbündel in lumpen lauernd wie hyänen aus der finsternis paris pont neuf ich trage diese brücke unter meinem arm für dich und auch das wasser nehm ich mit paris paris oh weh die stadt der liebe die stadt des schwindels wer liebt verachtet und ist ihrer wert denn wo entsprechung da ist anrede nicht weit…ist es nicht so wer sagte dies noch gleich zu mir es ist mir entfallen wie ich mir entfalle zu dir hin in deinen weichen blütenschoß der sich bewegt zu deinen worten welche rhythmus sind in ferne hin zu schnee und dunkel …

du beleidigst mich wenn du dich hingibst göttliche erscheinung ich winke dir zu du farbenfrohe hoffnung ein davonfliegen der kraniche das du bist meine erschöpfung in der arena der täuschung die herrenlose karawane einer betörenden kurve vor dem abgrund des himmels stehend und schmachtend im laternenwinkel auf den pflastersteinen der irrgärten das rauchige gewissen meiner poesie die ich zu dir schicke ohne das ich sie ausspreche an meine lippen bindet sich verschlossenheit ich schreibe dir von dem was ich gehört und auch gesehen in den regennassen bergen und den nebeln die ganz allein so unter von allen seiten wald bedeckt und einer stimme die ich nicht verstand sie redete mit mir aus meinem kopf dessen war ich so gewiss sie hatte die zerreibung eines hohngelächters war der ausgleich die arznei dieser episode meines sich enteignenden schicksals

gegen meinen willen geschieht

wie von negligee verhüllt die furcht was hinter sonnenlicht beinah aus deinen blicken fällt und meine phantasie beflügelt wie ein flieger aus papier und träumerei in wolken strickend eine leiter zu der mondin hin blauer zauber du prinzessin der azteken ich fühl zu viel und doch zu wenig nur sagen kann ich es dir nicht meine schönheit aus der tiefe abweisung ein kreis aus kreide der sich schließt in bewegung einer fackel in der nacht …

für Claude Chabrol

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