an der Haltestelle

by Maik Gustavus 9. Mai 2026 0 comment

tagsüber der acker das vieh auf der weide alles kostet überwindung das tauschgeschäft seines selbsterhaltungtriebs welches ihm seiner identität beraube so er …zwang eines überlebens ohne geeignetes handwerkszeug und fähigkeit dafür

abends dann kriechen in sagenhafte und bizarre träume metaphysisch subtile erregungen zauberten mit pinsel und spachtel verbindende verschachtelung in welcher die farben flügel und flagge der lüfte zu einem gemälde fest ineinander umschlungen …er der ungestalt durch feuerwerkshimmel fliehend irrend nach unterschlupf im hafen seiner sehnsüchte lebendig begraben in diesem todesfeld aus spiegelung und unschuld das überwindung kostet wie seine trägheit im menschwerden alles überwinden musste den schlaf den boden die freude die interessen das glück alles was er sein eigen nannte bindungslose ideale ihm zugriff gewährten unruhig im dasein und standhaft wie die verbundenheit des trinkers zur flasche

einmal sagte er wenn sie in ihrer skrupellosen rechtschaffenheit mit dem talent für den moment der empfindlichen schwäche wenn ich in überlegungen versunken bin mich mit ihrer nötigung in aufmerksamkeit unliebsam herauszerren und ihren alltag über mich kippen in mir entsorgen durch ihr nicht endenwollendes geschwätz getränkt in optimistischen wahnvorstellungen stelle eine etappenweise zerstückelung meiner hirnkultur dar …er unterbrach sich für eine kurze nachdenklichkeit und schlief dann ein ich sah auf ihn herab in seiner unbekümmerten einfachheit die jeden schlafenden umgibt …er lag gekrümmt in seinem reformistischen wesen ein niedergeknüppelter demonstrant der eben darin seine genugtuung erfasste sie greifbar machte in den schlägen die praktische anwendung der anerkennung verstand welche er sich doch zuweilen so gewiss …ein selbstzerstörerische erhabenheit das sich in diesem bewusstsein selbst verschlang in schleuderte quetschte ihn zur aufgabe zwang das geheul unzähliger schlachten sein tenor ungleicher kampf bandagierte auf den kopf gestellte zahlen die er miteinander und gegeneinander sprechen ließ als das unlösbare problem einer welt behandelte der er nicht angehörte die ihn vernachlässigte und veranlasste sich zu entziehen all dessen er selbst offen zeigte ihn zu einer zielscheibe des gedachten machte sein rauschgift aus kellern die er bewohnte ein system aus gängen schächten ein gebilde aus mustern die ihn von einem hinweis zu einem anderen hinweis bringen und so fort das system begräbt ihn verbrennt ihn äschert ihn ein versiegelt ihn wie die hinweise denen er folgt wie die spur einer ermittlung ein kreisel der tiefer und tiefer bohrt eine psychische verkrüppelung die er zu betrachten fieberte stetig verändernder zersplitterung

in diesem geflecht aus gewölbegängen die sich wie eine spindel drehten er bewegte sich unter eisenlampen routiniert wie der könig des erdreichs ein pilgerer und missionar auf der suche nach dem vollkommenen verständnis einer leere in welcher ihn das weltgericht in verminderter schuldfähigkeit absolution erteilen dürfe basierend systematischer kultureller beziehungen und kontexte eine rituelle form auf repräsentativität seines ich komplexes

er wollte hinein und zuschauen beobachten sich selbst begleiten schauriger abstieg in das zentrum schwermütiger landschaftsgärtnerei und die andauernde gestaltung einer fassade die ihn zu einer eigenen welt emporgehoben unübersichtliche kleine stecknadelköpfe wie unbewohnte planeten unter seiner stirn und den schläfen die zuckten wie ein herzschlag als phänomen seiner strategischen entwicklung eine auf minimale bewegungen und berührungspunkte reduzierte jeder gedanke war eine bewegung auf einer karte die ein fester bestandteil seines kopfes die rotation verführerischer gewächse aus irrtum und verneinung gewimmel und übermüdung

ein ständiges sich wiederholen der tatsachen wie therapeutische übungen für mehr toleranz auf bildern die er zu kryptischen kollagen seiner unmittelbarkeit formte

ich habe ihn dabei beobachtet wie er verweilte beim umstoßen seines weinglases nachschenkte und dann wiederholt wie versehentlich geschehen ließ auf bündel von papieren dokumente einer eudämonischen selbstentzweiung in theorien der weltverneinung verflochten unleserliches geschreibsel heraus einem erschöpfungszustande den er als das gewissen des teufels betrachtete dabei sagte er man hat uns erzogen zum trinken wer nicht trinkt hat nichts zu leiden und wer nicht leidet hat nicht gelebt ist nie geboren

sie glauben sie denken groß in eroberungen und besitz im keim des gedanken trägt sie der pessimismus in die ethik der selbstverstümmelung darin das gefühl der ständigen bedrohung und ihrer konsequenz lässt sie in wahrheit kleiner denken als jener welcher sich um seine eigenen angelegenheiten kümmert alles denken ist ja doch nur ein niedertrampeln erinnerter träumereien ….von der es keine beglaubigung geben sollte kein zeuge er hatte nichts zu protokoll zu geben ausser den starren gebilden seiner gedankenkluft denen er misstraut wie er dem frühlingswind immer schon misstraut hat …

er blickt mich an mit diesen finsteren vergitterten höhlen die taschen seiner augen aus denen sich wachs zu pressen versucht er schmilzt wie die pattesserie am gaumen des charmeurs in sein selbstmitleid dahin tritt den beschwerlichen rückmarsch an fächert

einschläge in das angelesene weltbild vom donner des schicksalsberges dem er täglich auf seinem hofgangähnlichen spaziergang an einer litfaßsäule begegnet das mitleid in ihm war das mitleid seiner angesammelten glaubenssätze die nichts anderes konnten als das warten darauf behaupten aber sie gaben ihm halt ein zerbrechlicher sorgenvoller halt die er wie palisaden behandelte und fundiert kenntnisreich zu einem schutzwall errichtete herum dem lager eigens gezüchteter illusionen er war in sich verknotet provozierend und schlichtend täuschend darin die ähnlichkeit und ich ich war der provisorische freund seiner geistesblitze das lebenszeichen als symbolische fackel aus bronze gegossen kalt und unempfindlich wie seine blutleeren vorstellungen sublimer wahn die einen gegenstand der anrede verlangten die seinen weingetränkten notizen körper und so die würde und hoffnung des landstreichers waren die ihn überhaupt erst ermöglichten …

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