ich fühle mich wie eine melancholische briefmarke eine umherirrung auf wanderschaft innerhalb eines gesellschaftsspiels zwischen morphologischen bildhauereien und errosionen nach einer sprengung …das leben ist feindselig sich selbst gegenüber … es saugt mich aus wie die mitmenschen mit denen ich nicht bin … der ursprung ist das ressentiment …es gibt keine schutzweste für die sensibilität …die luft am teich ist etwas anderes ich erkenne ein moralisches prinzip darin …ich füttere die enten ihre laute versiegeln den moment im system meiner musischen nervenzüge als mitgefangener der brausenden ekstase gehe ich spazieren kein lineares geschichten erzählen in aller gewalttätigkeit die sich am lebendigen verzehrt hat ohnehin nichts mit der realität zu tun aber mit der utopie und der sehnsucht durch sie angereichert ihrer wirkungsweise in richtung der heimat zum bade elegischer wallungen und nebenbei bemerkt werden wir einfach nur älter …ich bemerke und glaube daran …die ähnlichkeit in gestalt der traurigkeit die unmittelbarkeit eines selbst …gefolgsmann sein …ich habe eine wespe aus meinem orangensaft gerettet sie schleppt sich sichtlich in anstrengung über meinen finger …sie zu beobachten beruhigt mich …sie wird mich nicht stechen ich stelle keine bedrohung für sie da zudem ist sie beschäftigt mit dem trocknen und der pflege ihrer flügel …dann löst sie sich … fliegt davon …die umwelt besitzt auch etwas das man nihilismus nennt vielleicht das einzig souveräne wenn es nach friedrich geht
wenn bäume und horizont etwas erzählen könnten worüber würden sie wohl etwas mitteilen ? vermutlich von etwas was weit außerhalb unserer doch recht beschränkten vorstellungskraft liegt vielleicht tun sie das bereits die ganzen jahrhunderte hindurch in einer weise die unseren primitiven möglichkeiten etwas aufzufassen nicht gerecht werden kann
das gras spricht immer dann wenn man allein ist nähe im allein wenn man ganz roh vom nachmittag gekostet durch die blauen himnelsbögen aus den lüften schwindet …so spricht das gras in eine mir bekannte fliessrichtung …eine erregung entzündet die zuneigung …ich könnte ewig schlafen
wir sagen täglich jeder so unzählige male den direktesten bezug zu uns selbst dem repräsentativen (vielleicht das zentrale element der subjektivität)…dem zugehörig das ich wie ich wie ich …dazu der meinung sein …mit verlaub …nur das was dem nahe steht aber nicht ich ist …niemals inne wohnt … ist eigentum wie vergänglich…so meinen wir so viel von dem was könnte oder dem das müsste aber nicht kann und muss …wären wir zusammen eins erwacht ich wieder zum leben was dadurch starb indem es wir geworden und triumph bedeutet …die zerreibung kreischt unaufhörlich man bemerkt sie …aber dann ist es häufig bereits zu spät …wie man immer erst dann bemerkt wenn der würfel längst gefallen ist …
jede seite könnte den hinweis beinhalten der mir zur quelle süßlich die idee verspricht jede einzelne seite papier reibe ich zwischen fingern blättere die bücher verlangsamt und sorgfältig um vor und zurück ohne zu finden nach was ich suche dann blätterte ich nur noch um mich vielleicht zu erinnern warum ich in den seiten blättere …ich verzeihe zu schnell aber ich vergesse nichts …der moment schreitet voran wie eine nähmaschine und hält fest die route die sich selbst gezeichnet hat … ich schlafe manchmal manchmal bin ich wach beides schwer wie ein kuss aufgeschwemmter grabesboden auf einem hügel im regen für immer der regen tage und nächte vergehen ich lese viel schreibe hier und da eine zeile streife durch wälder und wiesen aber mir fehlt die kraft für den aufstieg in geistige höhe darin erkenne ich mich dieses exil der reinen beobachtung baukasten apotheotischer verbindungen …
…allein der städte straßen den plätzen und zimmern es ist nicht wichtig was das gestern mit mit dir macht wenn man bereits tot …erkennt man in den schatten zwischenräume in die man neu geboren wird jede handlung ist teil einer entdeckung die bühne bewegt sich über der die assistentin unvermittelt streng beharrlich überwacht die runden die man dreht in vorstellungen die man kreiert wie man versagen definiert das zerbrechliche glas in der hand die scherbenschnitte die man sich selbst zufügt die einzige teilnähme die man bedauert doch leben ist …man erhält anweisungen der fahrplan existiert ich will nicht auffallen darin so verzaubert bleibt die eleganz erhalten darin mache ich fortschritte das gefühl für die handlung
den wasserhahn aufdrehen kaltes wasser in der faust lichter vorbeifahrender autos die glühbirne knistert warme hellichkeit an düsteren tagen im spiegel allein mit sich und den jahren die man trägt auf der oberfläche anschauung der leere dann lächelt etwas hinter den augen die immer noch wach und umsichtig glänzen im bild das spiegel und geheimnis ist ein lufthauch von damals …ich nehme nur noch wahr eine feder die fläche des bodens darunter im gesicht die wolken nur eine ebene ohne die berechnung eines verrückten den wir uns hier gegenüber stehen sehen das bild ist vergangenheit wie jedes bild kommt es nicht zurück darüber schreibe ich alles ist gescheitert sage ich kühl und verlasse die hügel der mondin vom fenster aus bin ich geklettert die betäubte sekunde im lichtstrahl der ewigkeit …überspringen von dreckigen sternen das klimpern von münzen in einen blechnapf tägliche schlacht der überlebenden
das ticken in den wänden wenn es dunkel wird herzschlag der einsamkeit mir bleibt nur die verzweiflung und die nacht mutter der verletzten und randgestalten figuren gottes in das sprudelnde feuerwerk geworfen wir in liebe und tränen und befürchtung und schicksal …nahrung für das nichts um mitternacht …phiosophie im rotweinglas von da an die musik andauernd die musik die wie ein verfolgungswahn in jedem ton ein stich dumpfer schmerz ein freund die erinnerung das vergessen das man am leben oder träumt die sinnliche verfassung die nichts nützt
allein sein und das bewusstsein der tragik in der schule der banknachbar und allein die studierzeit vollkommen allein die betagten professoren in ihren nimbus der schwäche aus stolz und eitelkeit ihrer jugendjahre …verklebte zerstreuungen … gedächtnisverlorener gehorsam …die bedeutung der täuschung …damals hielt ich mich für zielstrebig heute die gewissheit das ich es nicht bin …sprich nicht von der nusik als seiest du mit ihr …schweig du hund! …meint theorie der transparenz die über sie reflektiert nicht in ihr wohnt …ich könnte sie alle auseinandernehmen aber ich liebe das spiel ohne schauspieler zu sein außerhalb des drehbuchs ohne rezepte techniken und lehrsätze in der manteltasche …überheblichkeit und herablassung ist nicht meine stärke …ich zwinge mich in die verlegenheit zu gleiten wenn mir unfug erzählt wird …in ihr bin ich kurzweilig andächtig und versuche durch die augen und die lage des redners zu blicken …unterschiedliche kräfte die auf uns wirken …vielleicht sind wir alle in etwas gefangen das den anschein von liberalität verspricht …halluzinationen imaginärer ansichten …das pittoreske ekelt mich an …alles ist wahr auch die lüge
draußen beobachte ich die leute wie sie telefonieren wie sie sich anschauen wie sie miteinander reden sich bewegen wie sich ihr gesicht verändert während des sprechens während sie zuhören versuche ihre gedanken zu lesen und stoße auf nichts unbekanntes während ihr gesamter körper eine einzige bewegung imitiert zu einer sprache die nicht ihre ist …gleichbleibend im ausdruck … früher habe ich noch daran geglaubt doch dieser eindruck ist verschwunden …sie wirken desinteressiert wie die sonne nach einem regenschauer…der tod ist metaphysisch …wo immer er herkam dorthin ist er gegangen fegt zusammen was mich niederschlägt ich stelle mich als referent in ihr gebäude das der leute aus gedanken und mauern …das ist ein gefängnis empfinde ich mir fällt auf das ich mir nichts dabei denke meine betrachtung steht darüber ist weder schmerzlich noch heiter in der stimme weder inhaltlich noch akustisch durch das visuelle erfassbar nur ein gewimmel aus unruhe und raum der verschlossen ist…
eine frau aus der psychiatrie geht an mir vorbei sie schaut jedem der ihr begegnet direkt ins gesicht und beginnt zu lachen auch mir schenkt sie davon und sagt etwas für mich unhörbares so bleiben wir eine weile in dieser intimität direkt gegenüberstehend blickend bis ins mark unserer reichweite … ich bleibe in ihrem lachen stehen ohne ihr zuzuhören …wie einen vogel in der geschlossenen hand nehme ich mich wahr …währenddessen …wie sie spricht unentwegt lacht und ich weiterhin in ihrem lachen stehe …
jeder augenblick zählt das gewissen das man leistet wieder wollte ich etwas schreiben und habe nichts geschrieben dann lasse ich los was nicht zu halten ist die stunden fliegen davon wie die kraniche in dumpfe wolken und zeitlosigkeit …nehmt mich mit …fort …die ferne stürzt in die tiefe …ferien müssen sein auch nähe benötigt abstand
und überhaupt wer behauptet das es die anderen besser haben …es geht um das erleben von etwas das zugeständnis dessen man nahe sein will …ich weiss nicht mehr was anwesend sein bedeutet ich zerfließe in funkelnde tropfen einer stimmung die ich als umgänglich ausgeglichen bezeichnen kann …mir fehlt der optimismus eines träumers an tagen die so schwer und unablässig
aber mir geht es gut auch wenn ich nicht weiß warum mir geht es gut …es macht mir keine angst …vielleicht eines doch das ich mir wünsche; ganz ich selbst zu sein …

