Ich könnte die Flamme nicht besser schmecken als in der Nacht. Ob ich doch oft geträumt so unbekümmert an manchem Licht der Kerze in endlosen Worten verregneter Briefe im schweligen Abbrennen des Holzes, dann mein Atem, Rauschen durch Blätter verweht die Glut und Rauch schwefelt die Sinne, flieht in den Schall meiner Empfindung. Hey Kamerad hörst du mich, du schläfst wohl nur, wach auf, das Feuer brennt nieder, nimm die Decke, das Holz wird knapp, der Wind ist auch nicht der Komplize dieser Nacht, er fröstelt wohl und braust und schnaubt. Oktoberdonner flieht ungehalten ,mit sich, im Reigen ferner Schreie. Wenn das Loch, das Rote in der Tiefe deiner Brust rasch wohl verheilen mag. Die Finsternis ist eisig dort im Hier, nicht im Nichts, oder bist du es, du der Licht und Schatten kennt und Cherubim und Morgenstern sein Eigen nennt. Gevatter antworte, mich friert so ohne Trost, ist die Zeit die Meine jetzt vergangen, dann will ich mich dir geben und erkenntlich zeigen für das Geschenkte und das Kommende, welches sich in mir so hell in Dunkelheit mancher Nächten zeigte.
Lass mich kurz Sinnen noch ein Weilchen bevor ich deine Hand ergreife, ein Weilchen nur, auf diese eine Stille kommt es doch nicht an, die Zeit sie lächelt wohl nur über mich und Alles in Gedenken der Begegnung unser, der ich fast blind in einem unmittelbarem Schweigen mit mir selbst paktierte und verpasste, derer Begegnung ich, nun augenblicklich in Ansicht und Gefühl, wie warme Hände durch den Körper tasten spüre.
Erinnertes sickert weiße Laken faulig auf dem Totenbett. Ich begreife, der Alte das warst du gewesen in letzter Gewohnheit. Du warst sehr gütig damals im Spital, in dem Blick der Wände, im Summen der Apparate, im Ticken der Wanduhr. Von dieser Stunde an…. warst überall schon da, wohin ich ging, in Schwermut der Träumereien, an Orten des Tages, in blitzenden Augen der Gassen und warst beiläufig Ich in vertrauter Sequenz einer Zwischenwelt, gestreiftes Gefühl…
Jetzt doch sehe ich stimmig, begegneten uns in Gefühlstiefe einer anderen Welt, als der Tag sich veränderte, Stille ertrank in einer Dichte die betäubend auf den Ohren drückte, wenige Stunden kurz, im Jenseits dieser weltverzerrten Realität. Alles war wie immer, jener Augenblicke, die Dinge an ihrem gewohntem Platz, jeder Baum und Strauch stand so wie die Erinnerung versprach aber etwas Unbekanntes nahm mich mit auf innigste Wanderung durch unentwegte Berührungen, so sanft und du, warst diese unbestimmte Empfindung, mich leitend durch gefühlte Unendlichkeit, einen Nachmittag lang, so fremd, nicht unangenehm, so väterlich vertraut und warm und ich verstand…..
Andres Kamerad bist du mürrisch oder ists der Baum der spricht so knorrig widerwillig. Dein Blick ist kalt, so höre doch. Lass mich die Wunde sehen, Schrapnell – Kugel steckt fest und tief. Ich weiß nicht weiter. Schlaf Andres, schlaf. Vielleicht besser jetzt zu gehen, wer weiß was uns die Zukunft bringt, Gewissheit ist der wahre Trost in unausweichlicher Berührung nun in diesem Augenblicke, der sich ganz lieblich in seiner Wildheit offenbart. Lass los, Kamerad, die Wunde ist zu grässlich, Abschied ist es nimmer, das sagte er mir im Vertrauen. Ich sage nicht Adieu, denn die Dauer unseres Wiedersehens ist recht kurz in Bemessung einer Ewigkeit….

